• Pfaffenhütchen

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Pfaffenhütchen

Pfaffenhütchen, Geflügeltes Pfaffenhütchen, Korkspindel

Pfaffenhütchen (Euonymus alatus, Euonymus europaeus) - stark giftige Gehölze in Gärten und der freien Landschaft

Einordnung Toxizität: stark giftig

Zur Gattung Euonymus zählen etwa 175 Arten. Das Pfaffenhütchen und die Korkspindel sind nur zwei Arten dieser Gattung, die überwiegend laubabwerfende Gehölze umfasst. Pfaffenhütchen und Korkspindel sind natürlicherweise in Asien und Europa beheimatet.
Die Zweige vieler Arten dieser Gattung sind vierkantig und bei manchen Arten mit Korkleisten besetzt, was der Korkspindel ihren Namen gibt.

Eine große Zierde des Pfaffenhütchens stellen die vier- bis fünffächrigen Fruchtstände dar, die an Bischofsmützen erinnern und diesen Gehölzen den Namen „Pfaffenhütchen“ einbrachte.

Pfaffenhütchen und Korkspindeln sind Sträucher von vier bis sechs Metern Höhe, in Sorten auch kleiner. Sie gedeihen in sonnigen bis halbschattigen Lagen, stellen keine besonderen Ansprüche an den Boden und sind gut frosthart.

Toxikologie

Alle Pflanzenteile des Pfaffenhütchens, beziehungsweise der Korkspindel, sind stark giftig. Besonders hoch ist der Gehalt an Toxinen in den Früchten, die im August bis Oktober an den Sträuchern reifen.
Pfaffenhütchen enthalten das Alkaloid Evonin und das herzwirksame Evonosid. Vergiftungen mit Pfaffenhütchen zeigen sich erst mit einer Verzögerung von zirka 15 Stunden.
Die Aufnahme von Pfaffenhütchen führt zu Übelkeit, Reizungen des Magen-Darm-Traktes, Erbrechen, Koliken und Krämpfen, blutigem Durchfall und Kreislaufstörungen.
Bei Weidetieren ist nach der Aufnahmen von Pfaffenhütchen ein plötzlicher Tod nach mehreren Tagen belegt.

Kontaktallergien

Kontaktallergien bei der Berührung mit Pfaffenhütchen sind nicht belegt.

Letale Dosis Mensch und Tier

Zur letalen Dosis für Mensch und Tiere finden sich laut dem Schweizer Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie noch keine Angaben.

Entfernung der Pflanze

Pfaffenhütchen sollten auf gar keinen Fall im Garten mit Haustieren oder Kindern stehen. Auf Pflanzenfresser, die die Farbe rot in aller Regel sehen und als gute Energiequelle ausmachen können - und Kinder stellt die rote Farbe der Früchte eine große Anziehungskraft dar.

Pfaffenhütchen können ohne größere Schutzmaßnahmen ausgegraben werden. Da alle Pflanzenteile, so auch die Wurzeln, giftig sind, müssen Pfaffenhütchhen mitsamt des Wurzelballens entfernt werden.
Gräbt man sie außerhalb der Vegetationsperiode in unbelaubtem Zustand aus, sind die Chancen für das Anwachsen auf einem neuen Standort gut. In einem Garten ohne Tiere und Kinder oder im Fall des heimischen Euonymus europaeus in der freien Landschaft findet der anspruchslose Spindelstrauch einen geeigneten neuen Standort.

Quellennachweise Pfaffenhütchen