• blühender Ginster: schön anzuschauen, aber giftig für Katzen

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Ginster

Ginster

Drei Gattungen, ein deutscher Name (Besenginster, Deutscher Ginster, Färber-Ginster und Stechginster

Ginster (Cytisus, Genista, Ulex) - stark giftige Gehölze in Gärten und der freien Landschaft

Einordnung Toxizität: stark giftig

Hinter der deutschen trivialen Bezeichnung Ginster verbergen sich drei unterschiedliche Pflanzengattungen, deren ähnliches Erscheinungsbild zur einheitlichen Bezeichnung im allgemeinen Sprachgebrauch führt.

Die Gattung Cytisus umfasst allein etwa 70 Arten sommergrüner und immergrüner Sträucher und kleiner Bäume, die vor allem im Mittelmeerraum beheimatet sind. Frostharte Arten und Sorten finden sich in unseren Breiten in Gärten und der freien Landschaft, bevorzugen vollsonnige und gut durchlässige Böden und blühen in den Farben gelb, weiß bis hin zu rosa und orange.
Eine bekannte Art dieser Gattung ist der Besenginster (Cytisus scoparius).

Die Gattung Genista setzt sich aus zirka 100 Arten zusammen. Die dornigen Sträucher dieser Gattung sind im Mittelmeergebiet, Europa und Asien beheimatet und sommergrün beziehungsweise halbimmergrün. Die Blühfarbe dieser Gattung in ist gelb. Der Deutsche Ginster (Genista germanica) und der Färber-Ginster (Genista tinctoria) sind beliebte Arten der Gattung Genista.

Ulex europaeus ist zu Deutsch der Stechginster. Natürlicherweise im atlantischen Westeuropa vorkommend, findet er sich in unseren Breiten nur in Küstennähe und an wintermilden Standorten, da er frostempfindlich ist.

Ginster ist ein wahrer Bienenmagnet, der keinen Nektar aber wertvolle Pollen liefert.

Toxikologie

Genista ist in allen Pflanzenteilen stark giftig. Genista, wie Deutscher Ginster (Genista germanica) und Färber-Ginster (Genista tinctoria) und der Stechginster (Ulex eurapeus) sowie verschiedene Zier-Ginsterarten enthalten das Gift Cystin, das sich auch im Goldregen findet.
Das stark giftige Alkaloid Spartein findet sich in höchster Konzentration in den Blättern und Samen des Besenginsters (Cytisus scoparius).

Die Symptome der Vergiftung mit Cystin und Spartin sind erhöhter Speichelfluss, Erbrechen, Durchfall, Unruhe, Erregung, Lähmungen, Verstopfungen bis hin zum Darmverschluss und Bewusstlosigkeit.

Bei trächtigen Stuten ist das Einsetzen der Wehen nach der Aufnahme von Ginster belegt.

Von Hasen und Kaninchen werden Cytisus-Arten hingegen sehr gerne gefressen und vertragen.

Kontaktallergien

Kontaktallergien bei der Berührung von Ginster sind nicht belegt.

Letale Dosis Mensch und Tier

Zur letalen Dosis aller Ginster Gattungen finden sich laut dem Schweizer Institut für Veterinärpharmakologie und ‑toxikologie noch keine Angaben.

Entfernung der Pflanze

Ginster sollte aufgrund seiner Toxizität in keinem Garten mit Katzen oder Kinder stehen.

Cytisus und Genista tragen keine Dornen und Kontaktallergien sind in Zusammenhang mit ihnen nicht bekannt. Sie können somit ohne weitere Schutzmaßnahmen ausgegraben werden. Beide Gattungen sind anspruchslos und gehören zur heimischen Flora unserer Breiten und können somit aus Sicht des Natur- und Artenschutzes auch in der freien Landschaft stehen.

Ulex trägt nicht ohne Grund den deutschen Namen Stechginster und muss aufgrund von kräftigen, spitzen Dornen auf jeden Fall mit dicken Handschuhen und mehrlagiger, langärmliger Bekleidung gehandhabt werden.
Er ist in Mitteleuropa natürlicherweise nicht heimisch und auf wintermilde Lagen angewiesen. Ein geschützter Platz vor einer Südfassade in einem Garten ohne Kinder oder Haustiere ist der geeignete neue Standort für Ulex eurpaues.

Quellennachweise Ginster