• Immunologische Allergietherapien für Katzenallergiker

Therapien bei Katzenallergien für Menschen

Leben mit Katzen: Auch bald für Allergiker möglich?

Therapien für Katzenallergiker

Es gibt mittlerweile verschiedene erfolgsversprechende Therapien für Katzenallergiker. Fast allen ist gemein, dass sie aufwendig und langwierig sind. Erfolgsversprechend sind allergenspezifische Immuntherapien, auch als Hypersensibilisierung oder Desensibilisierung bezeichnet.

Allergenspezifische Immuntherapien

Allergenspezifische Immuntherapien sind zeitaufwendigen Therapien, für die der Patient einen langen Atem braucht bei gleichzeitig hoher Wirksamkeit. Katzenallergiker mit einem starken Katzenwunsch oder allergische Partner von Katzenfreunden haben mit einem langem Atem gute Chance ihre Allergie in den Griff zu bekommen.

Bei der Therapie erhalten Allergiker erhalten über einen Zeitraum von mehreren Jahren eine sich steigernde Dosis der Allergene injiziert. Die Spritzen müssen zunächst wöchentlich gesetzt werden, später dann in vier-bis sechswöchigen Abstand. Der Aufwand lohnt sich aber mit großer Wahrscheinlichkeit, denn bei Katzenallergenen schlägt sie bei bis zu 85 Prozent der behandelten Patienten an.[i]

Immuntherapie mit Adjuvantien: Wirksamkeit könnte noch gesteigert werden

Die Wirksamkeit der allergenspezifischen Immuntherapie könnte durch den immunmodulatorischen Hilfsstoff CpG, ein sogenanntes Adjuvans, noch gesteigert werden, wie Anfang 2021 Wissenschaftler vom Luxembourg Institute of Health (LIH) in der humanmedizischen Fachzeitschrift Allergy berichteten. Als Adjuvanzien werden in der Pharmakologie Hilfsstoffe bezeichnet, die die Wirkung anderer Reagenzien oder anderer Bestandteile eines Impfstoffes oder Medikaments verstärken sollen. Insbesondere im Kontext von Impfstoffen werden einigen eingesetzte Adjuvantien immer wieder kontrovers diskutiert.

Tierversuchsergebnisse[ii] an Mäusen mit Katzenallergie zeigten, dass die Kombination des Allergen Fel d 1 in Kombination mit hochdosiertem CpG alle Hauptmerkmale der allergischen Reaktion aufhoben.  Die mit dieser Kombination behandelten Mäuse reagierten auf Katzenproteine kaum stärker als nicht allergische Artgenossen und zeigten auch in Gegenwart des Allergens eine annähernd normale Lungenfunktion.Darauf folgende Blutuntersuchungen untermauerten die Versuche: Die untersuchten Versuchstiere zeigten zudem:

  • mehr Immunzellen die an der Allergieregulation und -toleranz beteiligt sind
  • mehr natürliche Killerzellen sowie regulatorische T- und B-Zellen.
  • weniger IgE-Antikörper, die für allergische Reaktionen verantwortlich sind und
  • mehr Antikörper der Typen IgA und IgG, die entzündungshemmende Eigenschaften haben können.

Auch vorbeugende Wirkung:

Die Kombination aus dem Katzenallergen und dem Adjuvans CpG wirkte im Experiment nicht nur gegen eine bereits bestehende Allergie, sondern auch vorbeugend: Verabreichten die Forscher diese Kombination Mäusen, die zuvor noch nie dem Fel-d-1-Allergen ausgesetzt waren, also trotz der genetischen Veranlagung noch keine Allergie ausgeprägt hatten, wirkte die Therapie wie ein Impfstoff. „Diese Tiere zeigten keine Unterschiede zu gesunden Kontrollmäusen“, so die Forscher.

Die Forscher hoffen, dass bald Studien an Menschen durchgeführt werden können.

Neue Therapie mit monoklonalen Antikörpern

Im April 2018 veröffentlichten Humanmediziner um J.M.Orengo eine Studie zum Einsatz von monoklonalen Antikörper bei Katzenallergie. Dabei werden Katzenallergikern Immunglobuline (IgG)-Antikörper gespritzt. Diese synthetisch erzeugten Antikörper sollen sich wie die allergieauslösenden IgE-Antikörper an das Protein "Fel d1" aus dem Katzenspeichel binden. In Folge können die allergieauslösenden IgE-Antikörper nicht mehr an das Fel d 1-Protein andocken, werden ausgeblockt und können damit keine allergische Reaktionen auslösen. Bis dato wurde der Ansatz sowohl in Tierversuchen, sowie Laborstudien und im Menschenversuch getestet mit dem Ergebnis, dass viele der Katzenallergiker weniger deutliche Symptome zeigten.
 

Traditionell Chinesische Medizin

Viele meiner Katzenklienten konnten ihre Katzenallergie erfolgreich mit Phytotherapeutischen Ansätzen der Traditionell Chinesen Medizin sowie Akupunktur und einer Ernährungsumstellung therapieren.

Wie finde ich herraus, ob ich allergisch reagiere:

Quaddeltest / Hauttest

Dabei wird die Haut beim Allergologen leicht angeritzt und die offene Stelle wird mit dem Allergen konfrontiert.  Bei einer allergischen Reaktion zeigen sich Quaddeln und Rötungen.

Blutuntersuchung

Eine Blutuntersuchung kann die Diagnose bestätigen.

Quellen:

Orengo, J. M. und A. R. Radin, V. Kamat, A. Badithe, L. H. Ben, B. L. Bennett, S. Zhong, D. Birchard, A. Limnander, A. Rafique, J. Bautista, A. Kostic, D. Newell, X. Duan, M. C. Franklin, W. Olson, T. Huang, N. A. Gandhi, L. Lipsich, N. Stahl, N. J. Papadopoulos, A. J. Murphy & G. D. Yancopoulos (12.4.2018): Treating cat allergy with monoclonal IgG antibodies that bind allergen and prevent IgE engagement. In: Nature Communications volume 9, Article number: 1421 (2018) . https://www.nature.com/articles/s41467-018-03636-8

Leonard, Cathy und Guillem Montamat, Caroline Davril, Olivia Domingues, Oliver Hunewald, Dominique Revets, Coralie Guerin, Simon Blank, Justine Heckendorn, Gauthier Jardon, François Hentges, Markus Ollert (20.12.2020): Comprehensive mapping of immune tolerance yields a regulatory TNF receptor 2 signature in a murine model of successful Fel d 1‐specific immunotherapy using high‐dose CpG adjuvant. In: Allergy, 2021; doi: 10.1111/all.14716

Stand: März 2022