Dirk mit Marvin
© Birga Dexel

Dirk M. Brandt

Ich habe mich als Journalist und Fachbuchautor in unserer Beratungspraxis neben Anderem auf die Kernthemen Vergesellschaftung, Probleme im Mehrkatzenhaushalt, aggressive Tiere und insbesondere Clickertraining spezialisiert.

Ich sehe meine Aufgabe darin, oftmals vernachlässigten, missverstandenen oder unterforderten Katzen die Chance zu bieten, auch unter schwierigen Vorzeichen und in Wohnungshaltung ein erfülltes und artgerechtes Leben mit Ihren Menschen und Katzengefährten führen zu können.

Dafür praktizieren und entwickeln Birga Dexel und ich leidenschaftlich die Methode des Clickertrainings und nutzen hierfür die Möglichkeiten unserer medialen Verbreitung und unsere Erfahrungen aus der Arbeit an dem Schneeleopardenprojekt, um die Lebensrealität von Katzen Schritt für Schritt zu verbessern -  um ihnen statt eines „Nebeneinanderher Lebens“ – den ihnen gebührenden Raum und Freiraum zu geben. Gerade in unseren Büchern und Artikeln in wissenschaftlichen Fachmagazinen können wir neben dem Fernsehen unsere Botschaften so wirkungsvoll zum Wohle aller Beteiligten teilen.

Ich betone immer wieder in Gesprächen mit noch skeptischen Katzenhaltern, wenn es darum geht, ihnen zum Wohle ihrer gelangweilten, mangels Ansprache und fehlender spannender Interaktion emotional verarmten Tiere mehr Platz und Zeit, Freiheiten und Privilegien für diese "abzuringen", dass ich „als Anwalt ihrer Katzen“ agiere, versuche also auch die Interessen und die Bedürfnislage der Katzen zu vertreten. Gerade beim Umsetzen der einzelnen Trainingsschritte in der Verhaltenstherapie ist hier eine Menge Fingerspitzengefühl gefragt. Ich möchte den Halter motivieren, nicht belehren. Die Initialzündung geht immer vom Halter aus. Im besten Fall werden Mensch und Katze im Laufe der begleiteten Therapieschritte wieder oder sogar erstmals ein harmonisches Team auf Augenhöhe.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und Stationen in Deutschland und Großbritannien zog es mich letztendlich doch immer wieder zu den Tieren. Statt mit dem Gesetz in Konflikt geratene „Salonlöwen“ im Gerichtssaal mit einer weißen Anwalts-Perücke auf dem Kopf zu verteidigen, möchte ich die Welt für Katzen und Menschen ganz praktisch verbessern. Dazu gehört es auch, neueste internationale Katzen-Studien und Ergebnisse aus der Verhaltensforschung, Kognitionsforschung, neurologische Studien, Lerntheorie neben sanften alternativen Heilmethoden und Interaktionsvorschlägen den interessierten Haltern ganz konkret nutzbar zu machen.

Ich schätze mich jeden Tag dankbar, dass ich meine Passion zum Beruf machen konnte – dass ich mich tagtäglich mit etwas beschäftigen darf, für das ich wirklich leidenschaftlich brenne – die Kommunikation mit KATZEN! Gerade bei schwerwiegenden, aussichtslos wirkenden und dramatischen Fällen, die ich betreue und deren Aufs und Abs Sie vielleicht in diversen unserer TV-Formates bei Vox, Arte und anderen Sendeanstalten gesehen haben, erlebe ich, welche regelrechten „Wunder“ mit Empathie, regelmäßigem Training und einem ganz individuellen Fokus auf die Katzenpersönlichkeit immer wieder möglich sind.

Um diese Ziele realisieren zu können, ist die vertrauensvolle Mitarbeit (Compliance) der Halter notwendig. Gemeinsam finden wir heraus, was der Mensch bereit ist, für sein Tier zu leisten beziehungsweise wozu ist er zeitlich oder logistisch in der Lage ist. Bei dieser Kooperation zwischen Therapeut und Halter ändert sich glücklicherweise derzeit eine ganze Menge. Katzenhalter sind heutzutage – nicht zuletzt durch Sendungen wie die unsrigen – wirklich motiviert und setzen, auch wenn manche therapeutischen Maßnahmen zeitweise einiges an Entbehrung erfordern können, ihr Programm aus Liebe zur Katze um.

Mehr als 90 Prozent der uns vorgestellten Verhaltensprobleme sind menschengemacht. Sie resultieren meist aus unsachgemäßen oder leichtfertigen bis fahrlässigen Entscheidungen bei der Zusammenstellung eines Katzenhaushalts, aus zu schnellen Vergesellschaftungen, Aussitzen von Verhaltensproblemen  und Verkennen oder Ignorieren der kätzischen Bedürfnisse.

Katzen gelten, vielleicht auch ein bisschen dank unserer Publikationen und Sendungen mittlerweile nicht mehr als untrainierbar oder gar nicht willens mit dem Menschen zu kooperieren, ganz im Gegenteil.

Das Feedback, das wir tagtäglich zu unseren Methoden ist überwältigend. Immer mehr Menschen erkennen, wie vertrauensvoll nah sie ihren Tieren kommen können, wie durch ein zuvor noch undenkbares Miteinander auf Augenhöhe Angstproblematiken mildern und lösen, können – gleichermaßen Unter- wie Überforderung begegnen können.

Egal, ob in der Beratung mit einem Hilfesuchenden Kunden, beim Spazierengehen mit neugierigen Hunden oder im Raubtiergehege: Mir geht es darum, Tieren, die mit uns in der Zivilisation zusammenleben, eine artgerechte zugewandte Kommunikationsebene anzubieten, gezielt auf ihre Bedürfnisse einzugehen und ihnen durch Ausleben ihres Potentials zu mehr Freude und Gesundheit und weniger Stress verhelfen zu können.

Kurioserweise erfuhr ich erst nachdem Birga und ich uns gemeinsam eingehend mit der Methode des Clickertrainings beschäftigt und wir gemeinsam unsere eigene Systematik und spezielle Übungen entwickelt hatten, dass bereits einer meiner Vorfahren, der Löwenbändiger Julius Seeth (1863-1939), der zu seiner Zeit weltberühmt war auch empathisch und für seine Zeit revolutionär gewaltfrei wilde Berglöwen trainierte und seinem erstaunten und entzückten internationalem Publikum präsentierte. In zeitgenössischen Zeitungsberichten, gibt er ein klares Credo für Vertrauen und Freundschaft und gegen Gewalt und Bestrafung seiner Raubkatzen.

Mit dieser Methode war es ihm sogar möglich, als junger Mann die wilden Löwen des Kaisers Menelik von Abessinien, dem Vater von Halle Selassi, der noch heute in der Mythologie der Rastafaris kultisch verehrt wird, zu zähmen. Die Rastafaris glauben an die äthiopische Legende, nach der dieser der direkte Nachkomme Meneliks, des Sohnes König Salomons aus dem israelitischen Stamm Juda und der Königin von Saba ist. Sie sahen in dem Kaiser eine messianische Gestalt, die als „Löwe von Juda“ in der Offenbarung des Johannes erwähnt wird.

Der Kaiser war von Julius Seeths Umgang mit „seinen Löwen“ derart beindruckt, dass er ihm einige im Anschluss an dessen mehrmonatigen Besuch als Geschenk überließ und so die Grundlage für seine Karriere als Löwenbändiger bildete.

Auch wenn unsere Arbeit mit Katzen absolut nichts mit Zirkus zu tun hat, ganz im Gegenteil, so geht es dennoch darum, das individuelle Potential unserer Katzen zu sehen, fördern und zu entwickeln. Wenn dies gelingt, ist schon eine Menge gewonnen.

Folgende Publikationen wurden zusammen mit Birga Dexel verfasst:

Wie streichelt man eine Katze richtig? In Geliebte Katze. Nr 2/2018.

Clickertraining für körperlich eingeschränkte Katzen. In Geliebte Katze. Nr 1/2018.

Dauermobbing im Mehrkatzenhaushalt In Geliebte Katze. Nr 11/2017.

Aggressives Verhalten bei Katzen. In Geliebte Katze. Nr 7/2017.

Lass uns doch Freunde sein. In Geliebte Katze. Nr 1/2017.

Das 1x1 des Clickertrainings. In: Cats Today.

Übungen gegen Lageweile. In Geliebte Katze. Nr 1/2016.

Eifersucht auf 4 Pfoten. Teil 2. In Geliebte Katze. Nr 11/2016.

Eifersucht auf 4 Pfoten. Teil 1. In Geliebte Katze. Nr 10/2016.

Katzen mit anderen Tieren halten. Teil 1 und Teil 2. In Geliebte Katze. Nr 9/2016.

leptomanische Katzen. In Geliebte Katze. Nr 9/2016.

Verhaltensprobleme bei Katzen. In Geliebte Katze. Nr 6/2016.

Der harmonische Mehrkatzenhaushalt. In Geliebte Katze. Nr 4/2016.

Das 1x1 des Clickertrainings. In Geliebte Katze. Nr 1/2016.

Mehrere Katzen halten. Mein Wissen aus der Katzenpraxis. Kosmos Verlag. Stuttgart.

Birga Dexel’s Clickertraining für Katzen. Kosmos Verlag. Stuttgart.

Von Samtpfoten und Kratzbürsten. Kosmos Verlag. Stuttgart.