Julius Seeth

Kurioserweise erfuhr ich erst nachdem Birga und ich uns gemeinsam eingehend mit der Methode des Clickertrainings beschäftigt und wir gemeinsam unsere eigene Systematik und spezielle Übungen entwickelt hatten, dass bereits einer meiner Vorfahren, der Löwenbändiger Julius Seeth (1863-1939), der zu seiner Zeit weltberühmt war auch empathisch und für seine Zeit revolutionär gewaltfrei wilde Berglöwen trainierte und seinem erstaunten und entzückten internationalem Publikum präsentierte. In zeitgenössischen Zeitungsberichten, gibt er ein klares Credo für Vertrauen und Freundschaft und gegen Gewalt und Bestrafung seiner Raubkatzen.

Mit dieser Methode war es ihm sogar möglich, als junger Mann die wilden Löwen des Kaisers Menelik von Abessinien, dem Vater von Halle Selassi, der noch heute in der Mythologie der Rastafaris kultisch verehrt wird, zu zähmen. Die Rastafaris glauben an die äthiopische Legende, nach der dieser der direkte Nachkomme Meneliks, des Sohnes König Salomons aus dem israelitischen Stamm Juda und der Königin von Saba ist. Sie sahen in dem Kaiser eine messianische Gestalt, die als „Löwe von Juda“ in der Offenbarung des Johannes erwähnt wird.

Der Kaiser war von Julius Seeths Umgang mit „seinen Löwen“ derart beindruckt, dass er ihm einige im Anschluss an dessen mehrmonatigen Besuch als Geschenk überließ und so die Grundlage für seine Karriere als Löwenbändiger bildete.

Auch wenn unsere Arbeit mit Katzen absolut nichts mit Zirkus zu tun hat, ganz im Gegenteil, so geht es dennoch darum, das individuelle Potential unserer Katzen zu sehen, fördern und zu entwickeln. Wenn dies gelingt, ist schon eine Menge gewonnen.