• Cora und ihre Katzenmama Cindy im Tierheim Falkensee

    © B. Dexel

Cora - unser Sorgenkind - wird sie eine Chance auf ein "normales Katzenleben" haben?

Cora - unser Sorgenkind - wird sie trotz ihrer Vorgeschichte eine Chance auf ein "normales Katzenleben" haben?

Cora wurde von Tierschützern/ dem Ordnungsamt zusammen mit ihrer Mutter Cindy, die selbst fast noch ein Baby war, also gerade geschlechtsreif geworden, bereits ihren ersten Wurf - das Pendant zu einer menschlichen Teenage Mom - aus einem sogenannten Animal Hoarding Haushalt befreit. Dort steckte(n) sie gemeinsam in einem Rohr fest und hätten sich ohne menschliche Hilfe nicht befreien können. Der Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) hat damals über die damalige Rettungsaktion und die furchtbaren hygienischen, tierquälerischen Umstände in der Wohnung ausführlich berichtet.

Die beiden Tiere wurden dann in das Tierheim Falkensee verbracht. Coras Muttertier Cindy war wohl aufgrund ihres Alters, ihrer Vorgeschichte und scheinbar keinerlei Vorerfahrung mit Menschen absolut scheu und verängstigt und ließ so gut wie niemanden an sich geschweige denn an ihr Kitten heran. Wer wollte es ihr verdenken: Die Zustände in Messie-Haushalten, in denen die armen geschöpfe dicht auf dicht in ihren eigenen Exkrementen leben müssen und in denen Hunger und lebensbedrohliche zustände zum Alltag gehören, kann eigentlich nur zu traumatisierungen führen.Sie reagierte stark gestresst auf jegliche Kontaktversuche und unterband es auch regelmäßig, wenn Cora – ganz neugieriges Kitten – die Welt um sich erkunden wollte. Das Kätzchen befand sich in einem Teufelskreis: Sie wollte die Welt erkunden, durfte dies aber nicht. Sie hatte in dieser Situation keine Möglichkeit, sich an anderen gut sozialisierten Katzen zu orientieren und ihr Muttertier stand ihr konsequent dabei im Weg, Vertrauen zu Menschen aufzubauen. Alles in allem eine vertrackte Ausgangslage.

Wir mussten gemeinsam mit unserer Kontaktperson Gaby Brückner so einiges an Überzeugungsarbeit leisten, um den Verantwortlichen, die lange der Meinung waren Cora würde in unserer KatzenKita überfordert werden und man sollte sie in Ruhe lassen,  klarzumachen, welche Chance unser projekt ganz besonders für eine „Problemkatze“ wie Cora bedeutete.

Ohne gezielte Förderung wären die beiden wohl an „normale Halter“ fast unvermittelbar gewesen. Für Katzen, die derart scheu sind und derart heftig auf menschlichen Kontakt reagieren, bleiben – wenn überhaupt – nur Vermittlungsplätze auf Bauernhöfen oder Reitställen, wo die Katzen quasi „nebenher leben“ können. Wer sich im Tierschutz auskennt, weiß wie schwer beziehungsweise nahezu unmöglich solche Plätze heutzutage sind.

Wir wollten uns damit nicht zufriedengeben und kämpften für Coras Chance, trotz aller Widrigkeiten vielleicht doch ein ganz normales und erfüllendes Katzenleben führen zu können.

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