Katzenschutz Zypern

Zypern: Insel der Katzen & Götter

Auf Zypern wurden von Archäologen die ältesten Funde einer möglicherweise domestizierten Jungkatze in einem Menschengrab gefunden. Der Fund lässt die bis dahin sicher geglaubte These, dass Katzen in Ägypten domestiziert worden sind in einem neuen Licht erscheinen.

Zypern ist in Europa das Land im Verhältnis zur Bevölkerung mit der höchsten Katzendichte von geschätzten 1,6 Millionen Exemplaren. Diese Zahlen sind allerdings nicht durch Populationsbestandsaufnahmen verifiziert. Überall auf der Insel trifft man auf Straßenkatzen, die teilweise in großen Kolonien leben. Die hohe Populationsdichte gepaart mit einem Mangel an Beutetieren und Wasser führt dazu, dass diese häufig von einer Versorgung durch den Menschen abhängig sind und ohne diese in der Regel unter- und mangelernährt sind, was wiederum zur Ausbreitung von Krankheiten beiträgt. Es gibt etliche sehr aktive kleine Organisationen, die sich vor allem dem drängenden Problem der Kastration (Trap-Neuter-Return) annehmen und sich auch um die Vermittlung derjenigen Strassenkatzen kümmern, die nicht in ihr angestmmtes Revier zurückkehren können.

 

 

Aphrodite Zypernkatzen sind eine eigene Rasse

Auf Zypern trifft man sowohl auf (semi)-lang-als auch auf kurzhaarige Katzentypen. Die zypriotischen Katzen wurden von den diversen internationalen Katzenzuchtverbänden wie der World Cat Federation (WCF) und The International Cat Association (TICA) als eigenständige Rasse anerkannt und werden synonym als Aphrodite‘s Giant, Aphrodite, Saint Helen Cat & Saint Nicolas Cat bezeichnet. Die Entstehung der Katzen gibt allerdings noch Rätsel auf. Bei der WCF heisst es in ihrer Rassebeschreibung dazu, dass man annimmt, die Rasse hätte sich im gebirgigen Innern Zyperns entwickelt. In den Bergregionen wie dem Troodosgebirge sind relativ ergiebige Regenfälle von 700 bis 1000 mm im Jahr mit im Vergleich zu den Küstenregionen harten Wintern und gemäßigten Sommern normal. Die klimatischen Bedingungen dort seien der Grund dafür, dass diese Katzen ihr plüschiges Fell und ihren großen Körperbau entwickelt hätten. Die Hauptnahrung der Rasse wären große Eidechsen, Ratten und Schlangen.

Endemische Mauseart auf Zypern

Ein weiteres mögliches Beutetier ist die insbesondere in den Bergregionen Zypern vorkommene Zypernmaus. Im Jahre 2004 wurde die zur Familie der Langschwanzmäuse gehörende Zypernmaus (Mus cypriacus) vom aus Frankreich stammenden Zoologen Thomas Cucchi entdeckt. Diese Mauseart ist endemisch, sprich kommt nur auf Zypern vor. Die Zypernmaus findet man vor allen in den Weinbergen des Troodosgebirges.  .Knochenuntersuchungen durch das Team um cucchi konnten belegen, dass die Zypernmaus schon seit der Jungsteinzeit vor 9000 Jahren auf Zypern lebt und wahrscheinlich als Folge des Ackerbaus ankam. Die Zypernmaus hat einen größeren Kopf, größere Ohren, Augen und Zähne als alle bisher bekannten Mäusearten. Sie hat eine graue Fellfärbung. Als einziges endemisches Nagetier der Mittelmeerinseln hat sie die Ankunft des Menschen und der mitgebrachten Tiere überlebt. Sie wurde mittlerweile auf die Rote Liste IUCN gesetzt.

Die Sage um die Heilige Helena von Konstantinopel

Die Bezeichnung Saint Helen Cat geht auf die Heilige Helena von Konstantinopel zurück. Laut der Sage soll die Heilige Helena zwei Bootladungen voll mit Katzen aus Ägypten oder Palästina im vierten Jahrhundert nach Christus zur Monastry Saint Nicolas of the Cats (Ágios Nikólaos ton Gatón, Άγιος Νικόλαος των Γατών),  einem vom ersten byzantinischen Gouverneur Zyperns, gegründeten Kloster entsendet haben. Die Katzen sollten dort ie Population der Giftschlangen in Schach halten. Katzen haben natürlicherweise eine angeborene Vorsicht Schlangen gegenüber. Zypern ist aufgrund seiner geografischen Lage aus botanischer und zoologischer Sicht ein Schmelztiegel zwischen den drei Kontinenten Europa, Asien und Afrika. Auf Zypern leben drei giftige Schlangenarten und nur die Levanteotter hat ihre gefährliche Röhrengiftzähne im vorderen Kieferbereich. Sowohl die beiden anderen Giftschlangen, die Eidechsennatter als auch die Katzennatter, haben ihre Giftzähne im hinteren Teil des Mauls, so dass bei einem Angriff das Gift in der Regel nicht übertragen wird. Die Giftübertragung passiert bei einem sogenannten Festhaltebiss, dann versucht die Eidechsennatter das Gift einzukauen. Die restlichen Schlangenarten  -Ringelnatter, Münzennatter, Schlanknatter (2 Arten), Kopfbinden-Zwergnatter, Pfeilnatter sowie die Wurmschlange- sind ungiftig.

Im heutigen ausschließlich von Nonnen bewohnten Kloster auf der Akrotiri-Halbinsel im Westen der Insel leben Katzen auf dem Klostergelände und können auf dem Vorhof des Klosters angetroffen werden.

Auslandskatzenschutz in Zypern

Katzenschutz kennt keine Grenzen und wo immer man Katzenleid begegnet, sei es im Heimatort oder im Urlaubsland ist Hilfe notwendig. Der Einsatz für ausländische Katzen bedeutet nicht, dass man sich weniger für Katzenschutz im Heimatland einsetzt oder dieser weniger wichtig wäre. Oftmals gehen Aktivitäten des einheimischen und des Auslandstierschutzes Hand in Hand. Ein wichtiger Weg Katzen zu helfen, sowohl in unseren Ländern (Deutschland, Österreich und Schweiz) als auch in anderen Regionen wie Zypern ist die rechtzeitige Kastration.

In Zypern setzen sich einige Organisationen für Trap Neuter Return Programme (TNR) die Kastration von Katzen ein, die nach der Kastration in der Regel wieder in ihr Freilandrevier zurückgebracht werden. Wenn dies nicht möglich ist oder Katzen ihr Revier verloren haben, weil z.B eine neue Hotelanlage auf ihrem Revier gebaut wird, finden sie eine neue, vorübergehende, Heimat in Sanctuaries oder werden an Adoptanten vermittelt.

In diesem Zusammenhang werden auch immer Flugpaten gesucht, die Katzen auf ihrem Ticket mit nach Deutschland, Österreich, Schweiz oder Großbritannien nehmen.

Anfänge der Katzendometizierung

Bei archäologischen Ausgrabungen in Westzypern stießen Archäologen in Shillourokambos in der  Nähe von Parakklisi auf die bis dato ältesten Überreste einer mit Menschen lebenden ggf. semi-domestizierten oder gar schon domestizierten Katze. Shillourokambos war vom 9 bis zum 8. Jahrhundert vor Christus besiedelt. Der Fund wird dem Neolithikum zugeordnet und auf 9500 vor Christus datiert. Das Neolithikum ist charakterisiert durch den Übergang von der Lebensweise der Jäger und Sammler zur Sesshaftigkeit und damit verbunden den Anfängen des Ackerbaus und der Viehzucht. Die Archäologen um das französische Team von Professor Jean-Denis Vigne fanden das Katzenskelett zusammen im Grab eines etwa 30jährigen Menschens unbekannten Geschlechts, aber von vermutlich hohem sozialen Status. Auf den hohen Rang des/der Toten lassen die weiteren Grabbeilagen wie polierte Steine, Äxte und Pigmente schließen. Es wird angenommen, dass die Katze getötet worden war, um nur etwa 40 cm entfernt von „ihrem“ Menschen begraben zu werden. Ob religiöse Motive dabei eine Rolle spielten können die Wissenschaftler mangels Hinweisen noch nicht beantworten. 

Die zum Zeitpunkt ihres Todes auf acht Monate geschätzte Katze ähnelt der Falbkatze, der Urahnin aller unserer domestizierten Hauskatzen. Die Falbkatze ist die nordafrikanischen Unterart der afrikanischen Wildkatze: Felis silvestris lybica. Da es auf Zypern keine Wildkatzen gab, gehen Forscher davon aus, dass diese vom Festland mitgebracht worden sind.

Bis zu dem zypriotischen Fund war man davon ausgegangen, dass die Domestizierung der Katze ausschließlich in Ägypten stattgefunden hatte. Die ägyptischen Funde lassen sich aber nur auf 2000 – 1900 Jahre vor Christus datieren. BBC Erste Katzenabbildungen von domestizierten Tieren in Ägypten finden sich circa 3600 Jahre vor Christus, also 5900 Jahre später als die zypriotischen Funde.

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