Katzenschutz Zypern

Zypern: Insel der Katzen & Götter

Auf Zypern wurden von Archäologen die ältesten Funde einer möglicherweise domestizierten Jungkatze in einem Menschengrab gefunden. Der Fund lässt die bis dahin sicher geglaubte These, dass Katzen in Ägypten domestiziert worden sind in einem neuen Licht erscheinen.

Zypern ist in Europa das Land im Verhältnis zur Bevölkerung mit der höchsten Katzendichte von geschätzten 1,6 Millionen Exemplaren. Diese Zahlen sind allerdings nicht durch Populationsbestandsaufnahmen verifiziert. Überall auf der Insel trifft man auf Straßenkatzen, die teilweise in großen Kolonien leben. Die hohe Populationsdichte gepaart mit einem Mangel an Beutetieren und Wasser führt dazu, dass diese häufig von einer Versorgung durch den Menschen abhängig sind und ohne diese in der Regel unter- und mangelernährt sind, was wiederum zur Ausbreitung von Krankheiten beiträgt. Es gibt etliche sehr aktive kleine Organisationen, die sich vor allem dem drängenden Problem der Kastration (Trap-Neuter-Return) annehmen und sich auch um die Vermittlung derjenigen Strassenkatzen kümmern, die nicht in ihr angestmmtes Revier zurückkehren können.

 

 

Bei archäologischen Ausgrabungen in Westzypern stießen Archäologen in Shillourokambos in der  Nähe von Parakklisi auf die bis dato ältesten Überreste einer mit Menschen lebenden ggf. semi-domestizierten oder gar schon domestizierten Katze. Shillourokambos war vom 9 bis zum 8. Jahrhundert vor Christus besiedelt. Der Fund wird dem Neolithikum zugeordnet und auf 9500 vor Christus datiert.

Auf Zypern trifft man sowohl auf (semi)-lang-als auch auf kurzhaarige Katzentypen. Die zypriotischen Katzen wurden von den diversen internationalen Katzenzuchtverbänden wie der World Cat Federation (WCF) und The International Cat Association (TICA) als eigenständige Rasse anerkannt und werden synonym als Aphrodite‘s Giant, Aphrodite, Saint Helen Cat & Saint Nicolas Cat bezeichnet. Die Entstehung der Katzen gibt allerdings noch Rätsel auf.

Katzenschutz kennt keine Grenzen und wo immer man Katzenleid begegnet, sei es im Heimatort oder im Urlaubsland ist Hilfe notwendig. Der Einsatz für ausländische Katzen bedeutet nicht, dass man sich weniger für Katzenschutz im Heimatland einsetzt oder dieser weniger wichtig wäre.

Beim Trap–Neuter–Return, synonym auch Trap–Neuter–Release (TNR), werden oftmals in Kolonien lebende Straßenkatzen zu Kastrationszwecken eingefangen und nach erfolgter Entfernung der Keimdrüsen durch Tierärzte wieder in ihr angestammtes Revier freigelassen.

Interview Birga Dexel mit Katharina Neisel, Gründerin und Geschäftsführerin CopsCats in Larnaca

Die kalte Jahreszeit in Zypern ist für Strassenkatzen eine sehr schwere Zeit: Der Winter auf der Insel im östlichen Mittelmeer kann sehr regnerisch, windig und nachts empfindlich kühl werden, insbesondere von Dezember bis März.

Futterstellen können Katzen in Zypern nicht nur das Überleben sichern, sie tragen dazu bei, dass Katzenkolonien vor Ort gesund und stabil gehalten werden können. In Zypern werden solche Futterstellen von Katzenschutzorganisationen, engagierten Privatleuten und manche auch von Hotels betrieben.

Strassenkatzen bringen besondere Erfahrungen und Themen mit. Gefahren für Katze lauern auf der Strasse überall. Viele von ihnen haben sich unter schwierigen Bedingungen durchkämpfen müssen, sind erkrankt, verunfallt oder haben sogar Misshandlungen erlebt.

Beratung bei Verhaltensproblemen von Katzen

Tala Monastry Cats wurde 2011 von Dawn und Mark Foote gegründet: Die beiden Briten hatten eigentlich nur ein Jahr Auszeit auf Zypern von ihrem stressigen Job in England nehmen wollte.

Den Begriff Flugpatenschaft haben viele schon öfter gehört, im Netz gelesen oder sind schon direkt von Tierschützern am Flughafen von Tierschutzvertretern angesprochen worden, ob sie eine solche übernehmen wollen.

Katzen sind vielfältigen natürlichen und durch Menschen verursachten Gefahren in Zypern ausgesetzt. Dazu gehören Krankheiten, Klima, Nahrungs-und Frischwassermangel, natürliche Feinde wie Greifvögel und Schlangen sowie Tötungen und Misshandlungen durch Menschen. Aufgrund der Größe der Katzenpopulation auf der Insel betrachten einige Zyprioten Katzen als "Ungeziefer" und töten sie auf grausame Weise. Zu den Tötungsmethoden gehören u.a. gezieltes vergiften, erschiessen, Fallen auslegen, ertränken.

Wir wissen um die besondere Lebensumstände der zypriotiscen Katzen und kennen uns gut mit der Rasse aus. Wir gewähren Rabatte für Verhaltensberatungen für adoptierte Strassenkatzen von befreundeten Tierschutzorganisationen.

Eine Link-Liste von Organisationen in Deutschland und Zypern.

Die meisten Strassenkatzen leben in Zypern in Kolonien. Diese können nur wenige Tiere, aber auch schon einmal bis zu 100 Individuen und mehr betragen. Die Größe der Kolonien ist abhängig vom Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen wie Futter, Wasser und geschützten Ruheplätzen. Je mehr Katzen in einer Kolonien kastriert sind desto stabiler die Population. Viele der Katzenschützerinnen in Zypern versorgen Koloniekatzen mit Nahrung und sorgen dafür, dass die Katzen kastriert werden. Am Kourion Beach in der Nähe von Limassol haben wir mit Studentinnen des dritten Lehrgangs "Verhaltensberatung" des Cat Insitutes Verhaltensbeobachtungen durchgeführt. Mehr Informationen zur Kolonie mit Foto & Videos.

Strassenkatzen, die aufgrund verschiedener Faktoren nicht länger auf der Strasse leben können brauchen ein Zuhause fürs Leben. Katzenschutzorganisationen vor Ort versuchen erst in Zypern zu vermittel; aufgrund der schieren Anzahl der Katzen ist dies fast unmöglich, denn wer in Zypern Katzen liebt, der lebt meistens schon mit einer großen Zahl zusammen. Es gibt Sanctuaries wie die Tala Monastry Cats, dort können die Katzen, sofern sie keinen Adoptanten finden, bis an ihr Lebensende verbleiben. In Tala kümmern sich Dawn und Mark Foote mit einem engagierten Team von Ehrenamtlern um die liebevolle Versorgung der Katzen. Trotz aller Bemühungen ersetzt dies kein festes Zuhause und so bleibt oft die Vermittlung in andere Ländern die einzige Option.

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