Katzen in Jamaika

Jamaikanische Katzen leben hauptsächlich auf der Straße

Katzen werden äußerst selten und auch erst in jüngster Zeit als Haustiere betrachtet. Die allermeisten Katzen auf der Karibikinsel leben auf der Straße und müssen sich neben dem gelegentlichen Fangen eines Beutetieres oft von Essensresten aus Mülltonnen ernähren. Dabei konkurrieren sie mit Straßenhunden, den sogenannten Jam Pupps, die man überall auf der Insel sieht.

Katzen werden, wenn sie Glück haben geduldet, aber allzu oft werden sie verscheucht, getreten und sie betrachten Menschen als Folge mit Argwohn und leben in ständiger Angst vor ihnen. Selten habe ich so wenige dem Menschen zugewandte Katzen wie auf der Karibikinsel Jamaica erlebt. Nur an Touristenorten bekommt man sie eher zu sehen wie beispielsweise in der Anlage um die berühmten Dunn River Wasserfälle in der Nähe von Ocho Rios an der Nordwestküste der Insel gelegen.  

Hauskatzen: ein anderes Verständnis vom Zusammenleben mit Katzen

Und auch wenn Katzen zu einem Haushalt gehören, heißt das nicht wie in bei uns, dass die Tiere auch im Haus leben. Vielmehr ist die Situation so, dass auch Hauskatzen auf Jamaica meistens weiterhin draußen leben, aber auch oder auch nur ab und an mal ins Haus dürfen. Nur wenige Katzen erhalten spezielles Katzenfutter, dieses ist auf der Insel auch nicht überall erhältlich, zudem teuer und es gibt nur wenig Auswahl. Tierärztliche Versorgung ist die Ausnahme und nicht die Regel für Katzen. Jamaikaner und ihre Tiere können in der vereinseigenen kleinen Tierklinik der Jamaica Society for the Prevention of Cruelty to Animals (JSPCA) in Kingston ihre Tiere versorgen lassen.

Gefahren für freilebende Katzen

 In Jamaika warten viele Gefahren auf Katzen:

  • direkte Verfolgung, Verletzungen und Vergiftung durch Menschen
  • mystische und abergläubische Vorstellungen
  • indirekte Vergiftung durch das Fressen vergifteter Ratten und Mäuse. Rattengift ist allgegenwärtig auf der Insel und wird großflächig, auch in den vielen Hotelanlagen, eingesetzt
  • Straßenverkehr
  • Verletzungen und Infektionen durch Revierkämpfe
  • Verletzungen und Tod durch Hunde
  • Viruserkrankungen
  • Hunger, Mangelernährung und Erkrankungen
  • Dehydrierung durch mangelndem Zugang zu Frischwasser
  • Umweltverschmutzung

Bauxit. Jamaikas größtes Umweltproblem besteht im Abbau von Bauxit, einem Aluminiumerz, das zur Herstellung von Aluminium benötigt wird. Der Abbau von Bauxit zerstört Landschaften und intakte Ökosysteme, vernichtet Bodiversität, verunreinigt Trinkwasser und es wird als Nebenabbauprodukt gesundheitsgefährende Stäube freigesetzt.  

Direkte Nahrungskonkurrenten: indische Mungos

Neben Hunden stellen indische Mungos ((Herpestes edwardsii) direkte Nahrungskonkurrenten dar. Die Wildtiere aus der Familie der Mangusten (Herpestidae) fressen neben Kleinsäugern auch Vögel, Eidechsen, Schlangen, Insekten, Skorpione und anderen Wirbellose sowie Früchte. Mungos wurden zu Kolonialzeiten in zahlreiche Regionen der Welt gezielt eingeschleppt, u.a. nach Jamaica, in denen sie ursprünglich nicht vorkamen, um vor allem Ratten- und Mäusepopulationen unter Kontrolle zu halten. Die geschickten Beutegreifer dezimierten aber als unerwünschten Nebeneffekt jedoch auch andere Insektenfressende Wildtiere wie Eidechsen, was zu einer Zunahme von schädlichen Insekten führte, die zuvor durch die Eidechsen unter Kontrolle gehalten worden waren.

Ein kurzes, hartes Leben

Die Lebenserwartung der freilebenden Katzen liegt laut Pamela Lawson von der Tierschutzorganisation "Jamaica Society for the Prevention of Cruelty to Animals" (JSPCA) trotz der wenigen natürlichen Feinde nur zwischen 2-4 Jahre, ein Bruchteil der durchschnittlichen Lebensspanne in Deutschland.  Das Leben auf der Straße, mangelnde ädequate Futterquellen und tiermedizinische Versorgung, Krankheiten, Revierkämpfe, bei Weibchen das kräftezehrende Gebären von Kitten sowie auch religiöse Überzeugungen und gezielte Tötung sind die Gründe dafür.