Ingos neuer Kuschelplatz
© Carina Berlin

Weltkatzentag 2019

Inside Cats: Katzenfreuden & Katzenhobbys

Am 8.August, dem Weltkatzentag, dreht sich alles um unsere geliebten felinen Fellnasen.

In den vergangenen Jahren haben wir oft auch intensiv auf Missstände und das Leid im Leben vieler Katzen hingewiesen. Heute wollen wir uns ausnahmsweise lediglich mit den schönen, lustigen und ungewöhnlichen Anekdoten im Katzenleben beschäftigen, bei denen uns das Herz aufgeht. Wir möchten das Wesen und die unwiderstehlichen Katzenpersönlichkeiten mit Euch feiern und teilen. Wir wollen uns ganz bewusst am Faszinosum Katze erfreuen.

Hoch lebe die Katze!

Katzen machen immer wieder Dinge, die uns unweigerlich zum Lachen bringen, sie aber im Grunde genommen aus Halterperspektive nicht tun sollten. Katzen sind nun einmal Individualisten und auf ihre ihnen eigene liebenswerte Art auch sehr eigensinnig und beharrlich - um das in diesem Zusammenhang unschöne Wort „stur“ bewusst zu vermeiden. Haben sie an etwas erst einmal Gefallen gefunden, fällt es nicht gerade leicht, sie wieder vom Gegenteil zu überzeugen; jeder Katzenfreund kann davon wohl ein Lied singen beziehungsweise vielleicht eine eigene charmante Geschichte beitragen.

Katzenhobbys: Katzen entwickeln ihre eigenen Hobbys und Skurilitäten meistens, während sie versuchen, eine Strategie zu entwickeln, um ein Problem zu lösen. Oftmals sind es dann Zufälle, durch die die Katzen einen Weg mittels „Versuch und Irrtum“ finden. Aber auch durch Zusehen und das Imitieren ihrer Artgenossen lernen Katzen neue Dinge wie beispielsweise Türen zu öffnen, wenn sie andere Katzen dabei beobachten. Einige verblüffendes und lustige Katzengeschichten haben wir hier einmal für Euch zusammengestellt:

Lucy
© Sören & Stefanie Dreyer

 

Stefanies Katze Lucy hat früh die Fähigkeit erlernt, selbständig Türen zu öffnen. Als Stefanie im Urlaub war und Lucy von Steffis Bruder als Catsitter versorgt wurde, sperrte sich dieser versehentlich  aus der Wohnung aus. Er rief verzweifelt seine Schwester an und fragte, was er tun solle. Irgendwie müsse doch die arme Lucy gefüttert werden. Er war schon kurz davor, das Schloss aufbrechen zu lassen, da kein Ersatzschlüssel verfügbar war. Die Geschichte nahm dann doch noch eine ungewöhnliche und positive Wendung: Auf Anraten seiner Schwester miaute der ausgesperrte Bruder eine geschlagene Viertelstunde im Treppenhaus die verschlossene Wohnungstür aktiv aber auch schamvoll an.  Er hörte Lucy auf der anderen Seite der Tür ihm auf sein Rufen aufgeregt antworten. Ihm kam diese Taktik anfänglich noch eher ungewöhnlich vor und er schämte sich gehörig gegenüber den erstaunten Nachbarn, die ein eingesperrtes Tier im Hausflur vermuteten. Doch kurze Zeit später hatte ihm die schlaue Lucy doch tatsächlich die Tür geöffnet und so beide aus dieser misslichen Lage befreit. Durch das erlebte Abenteuer wurde die Beziehung von Katze und Catsitter nochmals enger.


Die Katze einer Kundin hatte gelernt den Radio-Einschaltknopf zu betätigen. Gerne tat sie dies in der Zeit um 4 Uhr morgens herum, wenn ihr der Magen knurrte und sie gefüttert werden wollte. Wenn ihr Mensch sowieso schon wach war, konnte man ja auch gleich einen gemeinsamen Abstecher in die Küche unternehmen.


Die Katze lässt das Mausen nicht 😊

Die Katerkumpels Chucky und Larry plünderten in nächtlichen Diebestouren regelmäßig gemeinsam den Kühlschrank ihrer Halter und ließen sich dabei weder von zur Absicherung davor gestellten 10 Kilogramm schweren Bowlingkugeln noch von Kindersicherungen aus Kunststoff von ihrem Vorhaben abhalten. Die Kugeln wurden unter enormen Krafteinsatz energisch zur Seite geschoben, die Kindersicherungen schlichtweg durchgenagt. Ihre Beutezüge waren stets von Erfolg gekrönt. Zu einfach durfte es nun auch nicht sein.


Kater Tenessee
© I. Klandt
möchte auch...
© I. Klandt
Frühstück
© I. Klandt

Kater Tennessee wollte so gerne mit seinen Menschen gemeinsam frühstücken und konnte gar nicht verstehen, dass er nichts vom Brot abhaben durfte und stattdessen mit schnödem Katzenfutter Vorlieb nehmen sollte. Seitdem er geschlagene 1,5 Jahre spurlos verschwunden war, nimmt er wahllos alles Fressbare zu sich. Wer weiß, wovon sich der Arme in dieser Zeit ernähren musste.


Auch der Sibirische Waldkater Iv von Annette und Carsten teilt Tennessees kulinarische Leidenschaft für Brot und Brötchen. Drehen sich seine Halter beim Brotschneiden mal unachtsam in eine andere Richtung, dann ist der Kater augenblicklich mit dem ganzen Brot weg. Beide findet man nach langem Suchen irgendwo im Garten. Selbiges kann einem aber auch trotz ‚Brotwache‘ beim Abendessen passieren. Der Kater taucht blitzschnell über der Tischkante auf, packt das Baguette und flüchtet mitsamt der Beute ...

Iv entspannt nach der Jagd.
© Annette Schäuble

Die Haargummi-Connection

Auf dem Weg in die Küche findet Stefanie im dunklen Flur ihren Kater Egon. Doch statt sie wie sonst in die Küche zu begleiten (man weiß ja nie, ob da nicht noch ein Leckerli abfällt..), bleibt er im Flur zurück. Das weckt ihre Aufmerksamkeit. Auf dem Rückweg entdeckt sie ihn, vor der Badezimmertür liegend. Und sie hat spontan, das Bild von jemanden im Kopf, der gerade Schmiere steht. Der jedenfalls will, dass sie keinesfalls ins Badezimmer geht, was sie aber genau auf diese Idee erst bringt. Als sie die Tür aufschiebt und das Licht einschaltet, erwartet sie folgendes Szenario: Beide Schubladen ihres Badezimmerschranks sind geöffnet. Die untere ganz, die zweite nur zum Teil. In der unteren steht Kater Willy mit seinen Hinterbeinen, Kopf und Vorderpfoten sind in der oberen Schublade verschwunden und er wühlt ganz intensiv darin herum. Plötzlich wird er fündig. Mit einem Haargummi im Maul springt er auf den Boden und verschwindet mit seinem Bruder und der „Beute“ im Dunkeln der abendlichen Wohnung. Eine Zeit waren bestimmte Haargummis das absolutes Lieblingsspielzeug der Katzen. Sie wurden mit den Pfoten über den Fußboden „geschnickt“, um Stuhl – und Tischbeine herum. Die Schubladen erwecken immer mal wieder Willys Interesse.

© Steffi

Annettes Kater Iv ist ein eifriger Jäger, regelmässig bringt er viele Mäuse und Ratten an. Dabei schleppt er seine Beute über mehrere Grundstücke, über Zäune und unser Saunahaus bis nach Hause. Und manchmal steckt das Opfer auch noch in einer Mausefalle. So geschehen im letzten Sommer, als er eines Tages zum Erstaunen seiner Menschen mit Getöse und Geklapper Ratte samt Mausefalle zu Hause ablieferte. Im Berliner  Süden schien die Rattenpopulation im letzten Jahr stark angestiegen zu sein und Iv und sein Katerfreund Hank lieferten sich einen Contest um den Titel des erfolgreichsten Rattenfängers von Berlin.  

Iv macht es sich gemütlich - Jagen erschöpft.
© Annette Schäuble

Die Faszination von Wäscheständern

Unser Jungspunt Kater Mylo liebt den flauschigen Hochflorvorleger im Badezimmer über alles. Dort kuschelt er sich gerne mit Wonne hinein, während sich einer seiner Menschen den Tag entspannt in der Badewanne ausklingen lässt. Neulich nachts hörten wir ein klagend klingendes Mauzen. Ich stand besorgt auf und Mylo stand vor der Badtür und miaute vorwurfsvoll. Ich konnte beim besten Willen nichts Ungewöhnliches feststellen und ging wieder zu Bett. Am nächsten Morgen konnte ich Mylo nirgends finden und auch die Aussicht auf die morgendliche Futterration konnte ihn nicht wieder hervorlocken. Wir machten uns schon Sorgen, ob es ihm gut ginge. Doch danna sah ich ihn hoch oben auf dem Wäscheständer mitten auf seinem frisch gewaschenen Badezimmerteppich lümmeln. Diesen hatte er nachts verzweifelt gesucht und ihn letztendlich dann auf dem Wäscheständer entdeckt. Dieser gemütliche „Ausguck“ war für ihn in diesem Moment ganz klar wichtiger als das sonst recht vehement eingeforderte Frühstück 😊

Wäscheständer
© B. Dexel

Seitdem liebt er es, auf dem Ständer mitsamt der frischen Wäsche zu dösen. Dank Mylos Obsession mit Wäscheständern haben wir Informationen über die Stabilität und Standhaftigkeit sämtlicher verfügbarer Modelle gesammelt, sodass es zu keinem Unfall kommen kann. Sicherheit hat natürlich immer Vorrang.


Auch Helenas Kater Keks liebt es, den heimischen Wäscheständer in Beschlag zu nehmen, vor allen Dingen, wenn sie Handtücher, Bettwäsche, etc. gewaschen hat. Solange die Wäsche noch nass ist, wird sie ignoriert. Doch sobald sie trocken und vielleicht noch angewärmt von der Sonne ist, vergehen keine zwei Minuten und Keks hat es sich darauf gemütlich gemacht!

© H.Becker

Ingos neuer Kuschelplatz

Carina schreibt über ihren Kater Ingo: „Unser Ingo hat manchmal nur Flausen im Kopf, wenn er nicht gerade schläft. Er könnte Garfield`s grauer Bruder sein und hält uns damit manchmal ziemlich auf Trab. Er hat des Öfteren den Kühlschrank geöffnet und sich was raus gemopst, bis wir eine Kindersicherung anbringen mussten. Auch der Backofen war kein Problem. Ingo hat sich so lange an den Griff gehängt bis er offen warNun sind wir mittlerweile in eine neue Wohnung gezogen und diese Flausen haben ein Ende. Aber Ingo wäre nicht Ingo, wenn er nicht wieder was Neues gefunden hätte.

Wir haben uns einen 3m Schrank mit Schiebetüren gekauft. Man kommt in die Wohnung und sucht den Kater, da hat er den Schrank aufgemacht und liegt gemütlich drin. Erwischt! Ist ja so kuschelig da drin. Wir lieben unser kleines Schlitzohr. Er ist einmalig!“

© Carina Berlin

Auch Katze Finchen von Sören und Stefanie liebt seine Schränke: „Bei unserem großen Mädchen Finchen muss man stets aufpassen, dass man den Kleiderschrank auch wieder ordentlich verschließt. Sollte sie es nämlich schaffen, hinein zu gelangen, räumt sie ihn kurzerhand komplett aus und baut sich dort einen kuscheligen Schlafplatz. Böse sein kann man ihr aber irgendwie trotzdem nicht...“


Bibi und Grem
© Anja
umdekoriert
© Anja

 

Bibi und Grem schauen hier so unschuldig und zuckersüß in die Augen ihrer Halterin und Fotografin Anja. Insbesondere,  wenn sie gerade auf „frischer Tat ertappt“ wurden, nachdem sie mal wieder kreativ Anjas Schreibtisch „umdekoriert“ haben.


Türkisch Angora Bibi turnt bei Langeweile äußerst gerne auf der geöffneten Schlafzimmertüre herum und erschreckt von dort erfolgreich ihr Frauchen Anja, wenn sie durch die Tür geht und ihr bei den auffordernden Rufen von oben nach eigenen Angeben vor Schreck jedes Mal fast das Herz stehen bleibt.

 

Gemeinsame Sache – Partners in Crime

Marvin stibitzt für Katerfreund Bärchen: Als unser Kater Bärchen im hohen Alter erblindete beobachteten wir eines Abends wie Marvin und Bärchen in der Küche vor dem Vorratsregal standen. Sie liefen eifrig auf und ab, bis Marvin ins Regal sprang und Leckerchen von oben herunterschmiss, die Bärchen unten genüsslich wie ein Bartenwal aufsammelte. Was für ein tolles, liebevolles und cleveres Team – einfach beste Freunde.

Ziemlich beste Freunde: Bärchen und Marvin.
© B. Dexel
Fini und Sam
© Monique und Holger

Kater Sam und Hündin Fini sind ein gutes Team. Kater Sam macht Schubladen auf und holt die Leckerchen aus diesen und vom Schrank, sehr zur Freude von seiner Hundefreundin. Bekanntlich ist geteilte Freude auch doppelte Freude.

Wasserfreuden

Russisch-Blau Kater Miloš liebt Wasser, er liebt es sogar, mit seiner Halterin gemeinsam duschen zu gehen. Das Problem dabei war nur, das er immer das Seifenwasser trinken wollte und nach diversen Unfällen mit dem Ergebnis, das an ein entspanntes Duschen nicht mehr zu denken war und er zur eigenen Sicherheit patschnass aus der Badewanne bugsiert wurde, gibt es nun einen Deal: Miloš wartet immer vor der Wanne, während seine Menschenfreundin duscht und sobald sie einen Fuß aus der Duschwanne setzt, springt er hineiein. Dann trinkt er die Wanne trocken und legt sich in die Pfützen, um dann überall kleine nasse Spuren in der Wohnung zu verteilen. So manchen könnte das stören, seine Halterin findet es herrlich!

Kater Miloš in der Duschwanne
© Mechthild Flemming

Katzen und Kartons: eine ganz besondere Liebe

Vor Helenas forschen Kater Keks ist kein Karton sicher! „Noch bevor ich überhaupt dazu komme, das Paket zu öffnen, geschweige denn auszupacken, hat sich Keks meistens bereits im vollen Umfang mit Hilfe seiner Krallen darauf künstlerisch verewigt. Besonders schön ist das, wenn er das auch bei den Paketen einiger Nachbarn im Haus macht, die bei mir untergestellt werden, wenn die eigentlichen Empfänger nicht Zuhause sind.Selbstverständlich darf Keks jeden erhaltenen Karton einige Tage, manchmal auch Wochen, wenn dieser besonders toll ist, behalten und ihn nach Lust und Laune zerfetzen – nachdem(!) ich ausgepackt habe und natürlich auch nur dann, wenn dieser wirklich uns gehört“ 😉

Performancekünstler Keks im „Werk“
© Helena Becker

Katzen gehen ihren eigenen Weg

Katze Nina, eine echte Zypriotin hatte eine unkonventionelle Art entdeckt, durch ihre Katzenklappe zu gehen: Nina öffnete sie nicht mit dem Kopf und den Vorderpfoten, sondern mit dem Po und den Hinterpfoten, d.h. sie ging rückwärts. Nina beschreibt ihre kätzischen Erlebnisse:

© Nina

Nina schreibt:

Kαλημέρα – Kalimera, unsere Menschenfreundin gab mir und meinen Freunden viel Freiheit und schenkte uns eine eigene Türe. Das war natürlich Klasse, wir mussten nicht mehr betteln dass sie uns die Türe öffnete und Abends konnten wir so lange in die Disco wie wir wollten…. Na ja, fast immer, manchmal war sie sauer, wenn wir den Nachhauseweg nicht mehr fanden.

 

© Nina
© Nina

Aber es gab da ein Problem, ich fand keine Bedienungsanleitung für diese Türe. Sie schupste mich durch, viele Male, aber das gefiel mir absolut nicht. Ich versuchte es dann alleine, aber……. Ich schäme mich es jetzt zu sagen, aber ich benutze meinen Popo um die Türe aufzustoßen. War ein bisschen mühsam so rückwärts und das Problem war auch, dass ich nie sah, wer draußen vor der Türe stand. Ab und zu traf es schonmal eine Nase von einem meiner Kollegen.

© Nina

Die waren natürlich alles andere als begeistert, meinen Popo im Gesicht zu haben und nahmen mich an der Pfote und zeigten mir wie es richtig geht.

Und siehe da, es geklappt, ich hab‘s auch ohne Bedienungsanleitung begriffen. Und was ich noch erwähnen möchte, als Katze von Welt habe ich natürlich 1a Tischmanieren

 

Tipp

Katzen sind sich möglicher Gefahren nicht bewusst – gerade wenn sie in vergleichbaren „Missionen“ zugange sind, deswegen ist es wichtig Katzenhobbys und Marotten auf mögliche Gefährdungen zu überprüfen.

Wie sieht es bei Euch aus? Habt Ihr ähnliche lustige und listige Situationen auch schon mit Euren Katzen erleben dürfen und wollt sie in unserem Katzenuniversum teilen? Schreibt uns gerne eine kurze Zusammenfassung Eurer persönlichen Geschichten, vielleicht sogar mit einem dazu aussagekräftigem Foto oder kurzem Clip an info@birgadexel.com