• Katze schläft im Strandkorb bei Sommerhitze

    © B. Dexel

Sind hohe Ozonwerte auch für unsere Katzen schädlich?

Wie sehr leiden unsere Katzen unter hohen Ozonwerten?

Hohe Ozonwerte bedrohen an heißen Sommertagen körperliches Wohlbefinden und die Gesundheit von Menschen und Katzen.

Meteorologen warnen vor sehr hohen Ozonwerten, die an extrem heißen Tagen zusätzlich zur Gluthitze Mensch wie Tier belasten können. Durch den Klimawandel bedingt wird es immer heißer und das schon immer früher im Jahr. Die einfache Gleichung lautet: Viel Sonne, viel Ozon. Zu hohe Ozonwerte in Bodennähe sind giftig für Menschen und ihre Katzen, sowie andere Tiere und sogar Pflanzen. Zuviel Ozon beschädigt die Blätter von Pflanzen, was in Folge zu vermindertem Wachstum und Mangelerscheinungen führt. Dabei gilt je höher die Konzentration von Ozon in der Luft desto schwerwiegender die Auswirkungen auf den Organismus. Auch die Dauer des Aufenthalts und das Ausmaß an körperlicher Betätigung bei hohen Luftozonwerten haben eine Auswirkung auf die Intensität der körperlichen Reaktionen.

Was ist Ozon?

Ozon (O3) ist ein in niedrigen farbloses und in höheren Konzentrationen bläuliches Gas. Im flüssigen Zustand ist Ozon dunkelblau. Die Bezeichnung Ozon leitet sich vom altgriechischen ὄζειν/ ozein „riechen“ ab, denn Ozon hat in erhöhten Konzentrationen laut Chemikern einen unangenehm stechenden und chlorähnlichem Höhensonnengeruch. In der Atmosphäre ist Ozon ein wichtiges Klimagas, dass die UV-Strahlung abpuffert. In Bodennähe aber, wo sich Menschen und Katzen aufhalten, ist es hingegen schädlich.

Wie gelangt Ozon in den Körper?

Das in Bodennähe toxikologisch relevante Ozongas wird über die Schleimhäute des Atemtraktes sowie über die Augen aufgenommen. Bei sportlicher Betätigung hat man in der Regel auch ein erhöhtes Atemvolumen. Wenn man beispielsweise während hoher Ozonkonzentrationen joggt, dringt das Reizgas Ozon tief in das Lungengewebe ein und kann dort Lungengewebe schädigen und Entzündungen hervorrufen, die sich nur zum Teil wieder zurückbilden. Laut der DFG Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe konnten in Versuchen bei gesunden Studienteilnehmern selbst bei niedrigeren Ozonkonzentrationen (0,8 - 1 mg/m3) in der Nasen- und Lungenflüssigkeit schon nach zwei Stunden Proteine, Entzündungszellen und Entzündungsmediatoren nachgewiesen werden. Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt deswegen Frühsport für sensible Personen, denn je heißer, desto mehr Ozonbelastung zusätzlich zu den hohen Temperaturen.

Auch Katzen, die hinter ihrer Beute oder einer Spielangel beispielsweise an einem warmen Sommerabend im ländlichen Garten hinterherjagen können sich durch das verstärkte Einatmen des Reizgases durch die Bewegung bei gleichzeitig hoher Ozonkonzentrationen schädigen.

Bei Menschen können zu hohe Ozonwerte die Schleimhäute der Augen und der Atemwege reizen und schädigen, was u.a. tränende, brennende Augen sowie eine Schwächung der körperlichen Leistungsfähigkeit zur Folge haben kann. Bei hohen Ozonkonzentrationen können Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit, Müdigkeit, Schwindelgefühl und Konzentrationsschwäche auftreten. Sie belasten laut dem Umweltbundesamt die Atemwege und können zu Atemproblemen und Husten bis hin zu Einschränkungen der Lungenfunktion (Abnahme der Vital- und Sekundenkapazität) sowie Lungenödemen führen. Besonders Asthmatiker sind durch zu hohe Ozonkonzentrationen betroffen. In Tierversuchen wurden die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit ausführlich untersucht und es wurde auch eine negative Wirkung auf das Immunsystem festgestellt. Ozon schädigt u.a. die Widerstandskraft der Lungenzellen gegenüber Infektionen, was gerade in Coronazeiten eine zusätzliche Bedrohung für den Körper darstellt.

Katzen mit Atemwegsproblemen sind besonders gefährdet

Auch Katzen leiden vermehrt an Atemwegserkrankungen, chronischer Rhinitis sowie felinem Asthma. Neben Allergien wird vermutet, dass auch Luftverschmutzung sowie u.a. Wohnraumgifte und parfümierte Katzenstreus Atemwegsprobleme bei Katzen verursachen können. Diese Katzen müssen besonders vor einer zu hohen Ozonkonzentration in ihrer Atemluft geschützt werden.

Gute Neuigkeiten für Stadtkatzen und Stadtbewohner

Ozon reagiert mit anderen chemischen Verbindungen in der Luft. Dies führt zum einen dazu, dass die Ozonwerte am Stadtrand und in den angrenzenden ländlichen Gebieten oft höher sind als in den Innenstädten, denn laut UBA werden Stickoxide aus Verbrennungsmotoren sowie flüchtige organische Verbindungen aus Lösemitteln von Farben, Lacken, Klebstoffen oder Reinigungsmitteln durch Wind aus der Stadt transportiert, wo sie zu Ozon reagieren. Zum anderen reagiert Ozon mit den Stickstoffmonoxid (NO) aus Autoabgasen, wodurch Ozon abgebaut wird. In Innenstädten ist die Luft hingegen durch Feinstaub verschmutzt, der ebenfalls in hoher Konzentration zu Erkrankungen führen kann.

Wie kann ich mich und meine Katzen sowie andere Tiere vor zu hoher Ozonbelastung schützen?

Die Ozonwerte sind in der Regel in heißen Nachmittagsstunden am höchsten und frühmorgens am niedrigsten. Betroffen sind sogar eher Menschen, die am Stadtrand und angrenzenden ländlichen Gebieten wohnen. Für Katzen in den Randgebieten und außerhalb von Städten bedeutet dies, dass der Aufenthalt im Freien, egal ob auf dem Balkon, der Terrasse, im Garten oder beim Leinengang an Tagen mit hohen Ozonwerten am sinnvollsten in die frühen, kühlen Morgen- oder Nachtstunden verlegt wird. Katzen mit Lungentumoren, felinem Asthma oder chronischer Rhinitis und anderen Atemwegserkrankungen sollten bei hohen Ozonkonzentrationen im Haus verbleiben und erst nach Absinken der Ozonwerte wieder ins Freie dürfen. 

Für Katzen in der Stadt gilt hingegen, dass das Ozon im Lauf des Tages abgebaut wird, so dass abhängig von der absoluten Konzentration ein Aufenthalt auf dem Balkon, der Terrasse oder dem Stadtgarten oder auch Schrebergarten in den Abendstunden sinnvoll wäre, wenn sowohl Temperaturen als auch Ozonbelastung zurückgegangen sind.

Für Stadt- und Landkatzen gilt jedoch bewegungsintensives Spielen oder Clickertraining in den heißen Sommermonaten eher auf die Zeit morgens kurz nach dem Aufstehen oder nachts vor dem Schlafengehen zu verlegen. Viele Katzen zeigen zudem von sich aus an heißen Tagen wenig Interesse an vielen Spielchen oder anstrengendem Training, sondern dösen vor sich hin. Wir haben zu den heißen Tagen mehrere hilfreiche Beiträge verfasst:

Wie gehen Katzen mit Hitze und der Sommersonne um?

Die Sonne birgt jedoch andere Gefahren für sonnenhungrige Katzen: Blogbeitrag "Gefahren für Katzen im Sommer").

Wie man "Der Hitze trotzen und den Sommer im Grünen mit seinen Katzen genießen" kann erfahrt Ihr hier.

Verliert meine Katze durch die hohen Ozonwerte an Appetit?

Ozon wird nur problematisch bei hohen Konzentrationen, wie an heißen Sommertagen. Hitze führt bei vielen Katzen zu verminderten Appetit und auch Katzen, die sonst immer vor dem Fressnapf sitzen haben plötzlich weniger Hunger.

Wie finde ich heraus, wie hoch die Ozonbelastung gerade ist?

Aktuelle Daten zur Luftqualität stellt das Umweltbundesamt auf seiner Webseite unter „Luftdaten“ sowie in der kosten- und werbefreien App „Luftqualität“ an.

Laut Umweltbundesamt stellt die App in Stundenintervallen aktuelle Daten aus über 400 Luftmessstationen bezüglich gesundheitsgefährdender Schadstoffe wie Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid und Ozon zur Verfügung. Teil der App ist die Ozon-Vorhersage für den aktuellen und die zwei folgenden Tage. Sollten hohe Ozonkonzentrationen vorhergesagt sein, können Sie sich ebenfalls Warnungen schicken lassen.

Vertiefende Einblicke rund um die Themen Sommer, Sonne, Gestaltung von Grünoasen für Katzen und worauf man als Katzenhalter achten sollte erfahrt Ihr auch in unseren Online-Seminaren „Katzen und Sommer“ & Katzengarten und Katzenbalkone & Terrassen sowie natürlich auch Grünraumgestaltung der Wohnung unserer Online-Akademie „Zeit für Katzen“.

Alle Seminare von Birgas Katzenakademie beinhalten die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Birga. Bei Live-Seminaren findet die Fragestunde im Anschluss an den Vortrag statt und für Teilnehmer*innen der Video on Demand (Videoaufzeichnung) Streaming Kurse gibt es eine inkludierte extra Live-Fragestunde mit Birga.

Quellen

DFG Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe (MAK-Kommission): Toxikologisch-arbeitsmedizinische Begründungen von MAK-Werten.  https://lmctox.iab.kit.edu/139.php. Abruf. 16.6.2022

Daunderer, M. (1995 bis Dez. 2006,) Klinische Toxikologie. Giftinformation, Giftnachweis, Vergiftungstherapie. 14 Bände, 183 Ergänzungslieferungen. Landsberg am Lech.

Gestis Stoffdatenbank: Ozon. https://gestis.dguv.de/data?name=004040. Abruf. 16.6.2022

Umweltbundesamt: (UBA) Viel Sonne, viel Ozon. https://www.umweltbundesamt.de/themen/viel-sonne-viel-ozon. Abruf. 16.6.2022