• Kater Hamlet liebt es das Laub im Herbst zu untersuchen

    © B. Dexel

  • tierfreundliches Zusammenkehren von Laub mit dem Rechen

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  • zusammengekehrtes Laub, eine Spielwiese für Katzen

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  • Abtransport von Laub im Herbst

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Pfoten weg von Laubbläsern und Laubsaugern

Viel Lärm und Schaden für Menschen, Natur und Tiere

Alleine in Deutschland fallen Schätzungen zufolge Hunderttausende Tonnen von Laub an. Laubbläser gibt es seit Ende der 1990ziger Jahre und werden zum Fortblasen von Laub eingesetzt. Laubbläser schädigen Natur und Umwelt und sind für unsere Katzen und andere Tiere eine einzige Qual. Im Jahr 2019 forderten sowohl das Bundesumweltministerium (BMU) als auch das untergeordnete Bundesamt für Naturschutz (BfN) ein Verzicht von Laubbläsern und Laubsaugern durch Privatleute. Kommunen sollten ebenfalls die umweltschädlichen Geräte nur dann nutzen, wenn es keine Alternative zur Nutzung gibt. Der zeitliche Mehraufwand durch die konventionelle Beseitigung des Laubs mittels Harke und Besen wird auch im öffentlichen Raum zulasten des Haushalts der Kommunen durch den Bund für Naturschutz Bayern e-V. als absolut zumutbar eingeschätzt.

Hohe Lärmbelastung & Lärmverschmutzung: Eine Qual für Mensch & Tier

Die wohl augenscheinlichste Belästigung durch den Einsatz von Laubbläsern und Laubsaugern ist der erhebliche Lärm, der mit Stärken von über 100 Dezibel den Lärmpegel eines Presslufthammers erreicht.

Dieser Krach führt beim Nutzer dieser Geräte zu einem erhöhten Stresspegel und ohne die Benutzung eines entsprechenden Gehörschutzes zur nachhaltigen Schädigung des Gehörs. Die Nachbarschaft - ob Mensch, ob Haus- oder Wildtier - wird diesem Lärm schonungslos ausgesetzt.

Katzen besitzen eines der feinsten Gehöre im gesamten Reich der Säugetiere. Sie nehmen deutlich leisere Geräusche wahr als Hunde. Wenn schon das Trippeln einer Maus auf dem Boden wahrgenommen wird, ist ein Laubbläser oder -sauger in der Nachbarschaft die reinste Zumutung, zerrt an den Nerven und der Gesundheit unserer Katzen. Bei ängstlichen und lärmsensiblen Katzen können Ängste durch das direkte Zusammentreffen mit solchen Geräten noch verstärkt werden. Angst bei Katzen kann viele Auslöser haben. In unserer Verhaltensberatungspraxis versuchen wir mit katzengerechten Methoden ängstlichen Katzen zu helfen entspannter und stressfreier durchs Leben gehen zu können.

Exkurs: Katzenangst. Hier geht es zum Blogartikel: Gewitterangst bei Katzen

Luftverschmutzung & Luftbelastung

Neben akkubetriebenen Geräten werden Laubbläser und Laubsauger in der Mehrzahl mit Verbrennungsmotoren betrieben. Dem Benutzer solcher Geräte werden gesundheitsschädliche Abgase, wie Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und Stickoxide direkt ins Gesicht geblasen. Darüber hinaus wird die ohnehin belastete Luft - vor allem in Städten - mit diesen Abgasen zusätzlich angereichert.

Zudem werden Schadstoffe, die sich bereits am Boden abgesetzt haben, erneut aufgewirbelt. Mikroben, Pilzsporen, Tierkot, Reifen- und Bremsabrieb und Feinstaub aus Dieselmotoren werden wieder in die Luft verbracht und belasten die Atemluft erheblich. Studien belegen, dass der Einsatz von Laubbläsern das erneute Wiederaufwirbeln von Feinstaub um das sechs- bis zehnfache im Vergleich zum Einsatz von Besen erhöht.

Dies ist vor allem für Kinder, die noch näher am Boden atmen, sowie für Katzen und Hunde eine unerhörte Belastung. Die Riechorgange unserer Katzen sind um ein Vielfaches sensibler. Katzen verfügen über das 40-fache an Riechzellen gegenüber dem Menschen, die wiederum auf einer zehnfach größeren Fläche als beim Menschen angelegt sind. Die für Menschen schon gesundheitsbedenkliche Atemluft in Städten ist für Katzen und Hunde schlicht unzumutbar.

Ihre mangelnde Qualität wird durch den Einsatz lärmender Laubbläser und -sauger zusätzlich erheblich verschlechtert. Hier geht es zum Blogbeitrag Einfluß von Luftverschmutzung auf Katzen.

Insektensterben und Verschlechterung der Bodenqualität

Mit Lärm und Luftverschmutzung ist es mit dem Schaden durch Laubbläsern- und saugern längst nicht getan. Kleinstlebewesen, wie Käfer, Würmer, Spinnentiere, Insekten und Kleinsäuger werden durch diese Maschinen entweder direkt verletzt oder getötet oder sie verlieren ihren Lebensraum.
Luftgeschwindigkeiten von bis zu 220 km/h zerdrücken oder zerreißen diese Tiere entweder direkt oder sie sterben in der Häckselfunktion der Geräte. Die Insekten und Würmer fehlen als Nahrungsgrundlage unserer ohnehin bedrohten Singvogelpopulation, von denen aufgrund steigender Temperaturen im Zusammenhang mit dem Klimawandel immer weniger Vögel im Winter wegziehen und eine immer größere Zahl auch in der kalten Jahreszeit auf Futter angewiesen sind.

Zudem werden die Kleinstlebewesen mit dem Entfernen der organischen Deckschicht des Bodens ihres Lebensraums beraubt.
Das Fehlen der natürlichen Deckschicht setzt den offenen Boden oder die Rasenfläche der extremen Austrocknung und extremer Kälte in den anstehenden Wintermonaten aus.
Das Fehlen der Kleinstlebewesen sowie des Laubs und schon zersetzter organischer Bestandteile in unmittelbarer Bodennähe, das durch den Einsatz von Laubbläsern und -saugern verursacht wird, unterbricht zudem die Humusbildung. Humus ist ein wichtiger Bestandteil unserer Böden und für die Versorgung unserer Pflanzen mit organischen Nährstoffen und das Wasserhaltevermögen existenziell.

Das Verarmen der Böden im Hinblick auf den Humusgehalt ist in Zeiten des Klimawandels, zunehmender Trockenheit und Hitze eine dramatische Entwicklung. Weniger Niederschlag kann von humusarmen Böden fast gar nicht mehr gespeichert werden, die Pflanzen vertrocknen, die Böden versteppen und verarmen immer mehr.

Die humusarme Böden werden bei Wind noch mehr Staub und abgesetzte Schadstoffe freisetzen und die Atemluft von Mensch und Katze erhöht belasten.
Dies ist eine absoluter Teufelskreislauf, der in Zeiten des Klimawandels durch die lärmenden und stinkenden Maschinen zur Beseitigung von Laub nicht zusätzlich in Kauf zu nehmen ist.

Die Alternativen zu Laubbläsern - back to the roots

Wie viel angenehmer ist es, an frischer Luft in leiser Umgebung das Laub - wie jeher - mit dem Rechen, der Harke oder dem Besen - je nach Untergrund - zusammen zu harken oder fegen.

Die bodennächste Organik bleibt erhalten und Ihre Katze hat vielleicht mit Ihnen gemeinsam Spaß an dieser Aktivität und prescht dem Rechen hinterher in den raschelnden Laubhaufen.
Wenn Sie die Laubhaufen zum Teil in Beeten zusammen getragen haben und mit ein paar Zeigen oder Ästen fixiert, damit sie nicht im nächsten Wind wieder auseinander geblasen zu werden, schaffen Sie mit einfachsten Mitteln das benötigte Winterquartier für Igel, Insekten und Insektenlarven.

Aus europa- und wettbewerbsrechtlichen ist es leider nicht möglich laut dem Umweltbundesamt diese destruktiven Geräte bis auf weiteres zu verbieten.

Quellen

Bund Naturschutz in Bayern e.V., : Laubsauger und Laubbläser schaden Mensch und Natur. https://www.bund-naturschutz.de/oekologisch-leben/naturgarten/laubsauger-und-laubblaeser. Abruf 29.10.2021

Spiegel (14.11.2019): Insektensterben. Umweltministerium warnt vor Laubbläsern. In: https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/insektensterben-umweltministerium-raet-von-laubblaesern-ab-a-1296410.html

Tagesschau (14.11.2019): Umweltministerium will Aus für Laubbläser. In: tagesschau.de.

Umweltbundesamt (27.10.2021): Wohin mit dem Laub?. https://www.umweltbundesamt.de/themen/wohin-dem-laub