• Carola Hopfe & Zuchtkater Henk

    © B. Dexel

  • Carola mit Hamlet und Diothima

    © B. Dexel

  • Carola Hopfe mit Thaikater Hamlet in Birga's Katzenkita

    © B. Dexel

  • Hamlet im Body

    © B. Dexel

  • Hamlet zur Nachkontrolle

    © B. Dexel

  • junges Thaikitten in der Magic Thai Goblins Cattery

    © B. Dexel

  • junges Thaikitten bei Carola Hopfe

    © B. Dexel

  • Thaikätzchen am Entspannen

    © B. Dexel

  • © B. Dexel

  • Thaikätzchen mit adulter Katze

    © B. Dexel

  • Thaikitten sind für ihre Neugier bekannt

    © B. Dexel

Interview mit Carola Hopfe

Carola Hopfe hat sich der Zucht von Thaikatzen verschrieben. Kater Hamlet, ein von allen geliebter Kittenstar in der Katzenkita war knapp 14 Wochen alt, als er das erste Mal in die Kita kam. Hamlet stammt aus einem Wurf mit 3 Brüdern und einer Schwester und lebte mit vielen Thaikatzen unterschiedlicher Altersstufen zusammen.

Cat Institute: Seit wie vielen Jahren züchtest Du Thaikatzen?

Carola Hopfe: Meine erste Thaikatze wurde 1994 geboren und ist gleich zum Jahresbeginn 1995 bei mir eingezogen. 1996 habe ich meinen Kater dazu bekommen und dann auch mit der Zucht begonnen.  Das heißt ich züchte jetzt 24 Jahre die Thaikatze.

Cat Institute: Auf wie vielen Quadratmetern leben Deine Katzen? Gibt es einen Innen und Außenbereich?

Carola Hopfe: Unsere Katzen haben viel Platz in einem großen Haus über 3 Etagen mit jeweils über 80qm/Etage. Zusätzlich haben die Räume verschiedene Ebenen, es gibt also viel Platz für Ruheplätze, Bewegung und Abwechslung. Und im Außenbereich stehen katzensichere Areale, mit Rasen, Bäumen und Sträuchern, mit insgesamt knapp 1000 qm zur Verfügung. Die Katzen können diese vom Haus aus über Katzenklappen  benutzen, und so Sonne und frische Luft genießen.

Cat Institute: Warum hast Du als Züchterin bei der Birgas Katzenkita mitgemacht?
Carola Hopfe: Das Thema "Katzenerziehung im Kittenalter" ist sehr wichtig. Der richtige Umgang von Beginn an und ein gutes Training sind eine gute Basis für alle erdenklichen Situationen, die eine Katze in ihrem Leben bewältigen muß. Ich habe ein großes Interesse daran, von einer Fachfrau noch mehr Anregungen zu erhalten. Und in der Kombination mit anderen Rassen zu sehen, wie sich unsere Thai einfügt ist wichtig, da wir immer wieder Katzen in andere Hauskatzenhaushalte abgeben.   

Cat Institute: Was hast Du Dir von der Katzenkita versprochen?
Carola Hopfe: Ein Kitten im  Alter von 14 Monaten ist schon von zu Hause aus geprägt. Aber das ist sein gewohntes Umfeld gewesen. Jetzt bekommt das Kitten ein anderes Umfeld, andere Partner/Bezugspersonen. Wie schnell gelingt dem Tier die Umstellung. Wie wird er mit dem Stress fertig - das zu erleben ist sehr wichtig. 

Cat Institute Hamlet hatte zu Beginn seines Lebens mit einem Nabelbruch zu kämpfen, wie schnell hat er sich davon erholt?

Carola Hopfe: Hamlet war gerade 4 Wochen alt, als sich sein Nabel öffnete. Er wog gerade 380g. Er mußte sofort operiert werden. Die Tierärzte konnte keine Garantie übernehmen, dass die Naht hält, da seine Haut noch sehr dünn und sein Körper sehr filigran war. Zudem begann jetzt sein Körper zu der Zeit zu wachsen. Also mußte er einen Katzenbody bekommen. Aber wo gibt es einen Body für ein 10 cm großes Kätzchen? Ein Söckchen wurde genommen, kleine Löcher für die Füße und das Schwänzchen rein geschnitten und fertig war der Body. Er ließ alles mit sich machen, war ein geduldiges Kitten. Dennoch hing sein Leben am seidenen Faden. Seine große Stärke war, dass er von Geburt an einen starken Lebenswillen hatte. Und seine Katzenmutti hat ihn nach jedem Arztbesuch, der 10 Tage lang täglich war, liebevoll entgegen genommen.Und auch seine Geschwister haben mit ihm immer sofort gekuschelt. So hatte er immer ein warmes geborgenes Nest, eine umsorgte Mama mit viel guter Muttermilch.

Cat Institute Warum hast Du Hamlet für die Katzenkita ausgewählt? Was genau hast Du Dir an Lernerfahrungen für ihn gewünscht. Sind Deine Erwartungen erfüllt worden?

Carola Hopfe: Zu Anfang standen Kätzin Hummel und Kater Hamlet zur Auswahl. Hummel hat sich aber bei unserem ersten Termin in Gera, als auch in der Katzen-Kita sehr zurück gehalten und war den anderen Katzen gegenüber nicht so aufgeschlossen. Hamlet hat durch seine OP im sehr frühen Alter einerseits schon Stress und Schmerzen erfahren, andererseits wurde er auch schon anders gehändelt, so dass es interessant war zu sehen, wie er mit den Alltagsdingen im Training zurecht kommt.  Durch die vielen Fahrten Gera-Berlin-Gera war Autofahrt absolut stressfrei geworden. Stand er bei mir durch seine Behandlung im Mittelpunkt, so sollte er jetzt lernen, sich einzureihen, abzuwarten, wenn andere an der Reihe waren. Seine Beziehungen zu seinen Geschwistern war gut, aber er war eben der, der von Allen geschont wurde. Jetzt sollte er mit anderen Katzen zusammen ganz normale soziale Kontakte lernen. 

In allen Punkten wurde meine Erwartungen erfüllt. Von Woche zu Woche, in der er zu Hause wieder in seine Katzengruppe zurückkam, zeigte er auch im Gruppenverhalten stärkere Präsenz, ohne dabei andere Katzen jemals zu attackieren.

Cat: Hamlet ist ein ganz besonderer Kater; er wurde von allen Menschen wie Katzen während der Katzenkita ganz schnell ins Herz geschlossen. Was macht Hamlets Persönlichkeit aus und was liebst Du an ihm ?

Carola Hopfe: Hamlet ist ein absolut liebenswerter Kater. Er war schon als Kätzchen sehr freundlich, nahm dankbar und anschmiegsam jede Berührung an, egal ob von Menschen oder seinen Katzenfreunden. Er reagiert(e) mit ebenso viel Zuneigung und Körperkontakt. Neuen Dingen ist er aufgeschlossen, sehr interessiert, vorsichtig aber nicht ängstlich. Er schaut aufmerksam zu, beobachtet um dann selbst in entsprechende Aktionen zu gehen. Er spielt gern, kann sich aber auch zurücknehmen und Andere spielen lassen. Er hat sehr viel Vertrauen zu seinen Bezugspersonen. Er hat mit Ortswechsel keinerlei Probleme, orientiert sich und passt sich schnell an. Er ist gern mit auf Tour und genießt auch die Zeit im Auto, wo es eine andere Art der Zuwendung gibt. 

Bei seinen Behandlungen hat er gut mit seiner Lebensenergie und seinem absolut freundlichem Wesen mitgemacht, er war ein gut händelbarer Patient, der Schmerzen, z.B. durch Spritzen, nicht nachgetragen hat.

Hamlet respektiert andere Katzen, sucht ihre Nähe. Und akzeptiert auch, wenn diese keine Nähe wünschen. Aber er versucht sehr ausdauernd immer wieder die Kontaktaufnahme. Dabei ist er nicht aufdringlich, aber beharrlich, wodurch er oft sein Ziel erreicht.

Hamlet ist ein Kater, der sowohl kätzische, als auch viel menschliche Gesellschaft braucht.

Cat Institute Wie hast du die Hamlets Entwicklungen, der die Kita besucht hat im Vergleich zu seinen Katzengeschwistern Hummel, Herbert und Husar?

Carola Hopfe: Hamlet erschien mit jeder weiteren Woche selbstbewußter. Während Hummel immer etwas schüchtern geblieben ist, war Hamlet auch mit anderen erwachsenen Katzen ohne Probleme zusammen, liebte ihren Körperkontakt, spielte ausgiebig.  

Hummel ist auch im neuen Zuhause schüchtern und nicht so selbstbewußt.

Hamlets Bruder Herbert kommt im neuen Zuhause auch auf Anhieb gut zurecht. Er hatte aber Probleme in neuen Situationen, war ängstlicher und brauchte viel Zuwendung um damit klar zu kommen, dass seine neue Halterin ein Kind bekommen hatte.

Cat Institute: Wo siehst Du als langjährige Züchterin den Nutzen von Birgas und Dirks Kita für Kitten?

Carola Hopfe: Erfahrene Katzentherapeuten wie Birga und Dirk vom Cat Institute können die Kitten noch präziser trainieren, erkennen die Schwerpunkte und haben die passenden Methoden für das Training. Katzentrainer wie Birga und Dirk sind zudem unvoreingenommen. Ähnlich, wie es Hundeschulen gibt, könnte es auch Katzenschulen geben. Dabei lernen nicht nur die Tiere, sondern bedeutend  auch die Halter. Das wäre für ein Katzenleben eine super Ausgangbasis.

Und auch Zuchtanfängern würde ich empfehlen ihre Zuchtkatzen in eine Katzenschule zu geben, denn Zuchtkatzen sind hohen Leistungsanforderungen ausgesetzt, wie Ausstellungen, Hotels, Nachwuchs, Integration in ständig wechselnde Katzengruppen.

Cat Institute: Es gibt immer wieder zu Recht Kritik daran, dass in einigen Züchterhaushalten die Deckkater ein trauriges Dasein fristen, mitunter sogar in einem einzelnen Zimmer oder gar im Keller untergebracht sind. Wie leben die potenten Kater bei Dir?

Carola Hopfe: Ja, das Leben von Zuchtkatern ist in vielen Züchterhaushalten traurig. Wegen dem Markieren werden sie meist isoliert von Menschen und der normalen Wohnung gehalten. Dabei ist das Markierverhalten oft eine Reaktion auf Stress durch Einsamkeit, zu wenig Beschäftigung und Kontakt, zu wenig oder zu viel Deckungen...Das hat kein Tier verdient!

Unsere Kater leben je in einer eigenen kleinen Katzengruppe. In der Phase der Potenz bleibt es auch bei ihnen nicht aus, dass sie hin und wieder markieren. (Wie es übrigens die weiblichen Katzen auch tun, wenn sie rollig sind. Was nur leider nicht so bekannt ist, weshalb es in der Katerhaltung zu solchen Fehlverhalten von Züchtern kommt).

Wer sich entschließt zu züchten, also potente weibliche und männliche Katzen halten, Nachwuchs groß zu ziehen will, sollte Abstand von einer Designer-Wohnung nehmen. Demjenigen muß klar sein, dass Lebewesen auch Hinterlassenschaften (Kot, Urin, Haare, Erbrochenes...) haben und Spuren (Markieren, Kratzstellen,...) hinterlassen. Und vor Anschaffung und Beginn der Zucht sich seine Einrichtung anpassen sollte. Extra Aufzuchtzimmer sind praktisch für die Zeit, wo man nicht anwesend ist. Aber die Katzen sollten schon die Räumlichkeiten nutzen können, wo sich auch ihre Menschen aufhalten. Sonst fehlt sehr viel an Tierbeobachtung und Sozialisation.

Und so halten wir es:

In einer Gruppe von weiblichen Katzen (2-4) gibt es einen Zuchtkater, der nicht mit den Katzen seiner Gruppe verwandt ist und sich gut integriert hat. 

Die Zuchtfähigkeit der weiblichen Katzen wird hormonell gesteuert, so dass in der Phase, in der der Kater zuchtreif ist, er ein, maximal 2 Kätzinnen in dieser Gruppe belegen kann. Diese Phase dauert ca. 2 Monate. In der Zeit kann es passieren, dass markiert wird. Man übersteht diese Zeit am besten, wenn man nie schimpft, sondern sich die Stellen merkt und an diese Stellen Plastewannen, -schalen, mit Küchenrolle ausgekleidet, aufstellt. Meine Kater gehen an diese bekannten Stellen, wo ich die Möglichkeit haben, ohne Rückstände alles weg zu machen. Aber je ruhiger die Gruppe und der Haushalt, desto weniger wird markiert.

Wir haben schon viele Kater, die nicht in der Wohnung markieren. Was sich aber nach Hormongaben verändern kann!

Danach wird er, sofern er nicht bei einem anderen Züchter zur Deckung gebraucht wird, hormonell ruhiggestellt. 

Damit sind weder Kätzinnen noch Kater im Dauerstress.  Steht die Geburt an, ist der Kater bereits hormonell ruhig, so dass er als ein guter Vater bei der Aufzucht helfen kann. 

Meine Erfahrungen sind, dass das Zusammenleben von Kätzinnen und Kater interessanter und ausgeglichener ist.

Anmerkung

So wie jeder Züchter es als normal ansehen muß, dass ihre Wohnung den Zuchtwünschen angepasst werden sollte, und kein Tier wegen Markierverhalten, Haaren etc. zu verdammen ist.
So muß jeder Besucher eines Züchters akzeptieren und tolerieren, dass dieser Haushalt anders eingerichtet ist, anders geführt wird, und bei aller Hygiene auch andere Gerüche sind.

Das "Nase rümpfen" anderer Menschen, wie Familienmitglieder und Freunde, aber auch das "nicht zu seinen Tieren zu stehen" veranlasst die Besitzer, ihre Tiere wegzusperren.

Cat Institute: Die Thaikatze als alte Siamform ist vielen Menschen leider nicht bekannt. Kannst Du uns etwas zur Thaikatze und Deiner Zucht insbesondere berichten.

Carola Hopfe: Die Thaikatze ist die alte Form der Siamkatze. Und als ich meine ersten beiden Katzen 1995 und 1996 bekommen habe, war ich überrascht von ihrer Natürlichkeit, Gesundheit, Robustheit. Und einem einmalig lieben, anhänglichen Charakter dieser Katze. Das hatte mich derart beeindruckt, dass ich beschloß, alles zu tun, um diese Art der Katze zu erhalten. Und so habe ich von Beginn an die Gesundheit der Katzen verfolgt, alle Testverfahren, die möglich waren, von Beginn an genutzt. Denn für mich war klar, Grundlage jeder Zucht ist eine gesunde Katzenpopulation. ich hatte relativ leichtes "Spiel". Da ich nur die Katzen zu mir in unsere Züchtergruppe aufgenommen hatte, die dem alten Typ der Siamkatze entsprach, hatten diese Katzen eine erstaunliche gute Gesundheit. Gesundheitliche Probleme, wie sie von den modernen Rassen bekannt sind, kannten wir nicht.  Also konzentrierten wir uns darauf, wenn wir neue Linien in unsere Zucht zur Blutauffrischung hinzu nahmen, diese absolut gesund waren. Das gelingt mir bis heute, zumal und nun auch viele neue genetische Tests zur Verfügung stehen und ich mit Laboren und Wissenschaftlern in engem Kontakt stehe. Da ich Tierzucht gelernt und studiert habe, habe ich zudem Kenntnisse über die Konsequenzen der Vererbungslehre. Achte ich zum Einen von Beginn an auf die genetische und physische Gesundheit aller Zuchttiere, so sind auch Charakter und die sozialen Fähigkeiten über alle Generationen im Fokus. In meiner Zucht geht es nicht um den kommerziellen Verkauf. Von Beginn an sehe ich meine Aufgabe darin,  Menschen, die diese außergewöhnliche Katzenrasse lieben und verehren für die Zucht zu gewinnen, damit die Rasse in Ihrer Ursprünglichkeit  Bestand hat und sich gegenüber den vielen modernen Züchtungen behaupten kann. Diesen Menschen übergebe ich immer meine besten Katzen. Ich leite sie an, betreue und berate sie, damit sie zum Einen einen soliden Start für die eigene Zuchtarbeit haben und zum Anderen von Beginn an eine verantwortungsvoll und komplex mit dem Thema umgehen.

Liebe Carola, wir danken Dir ganz herzlich für das intensive und ehrliche Gespräch und wünschen Dir weiterhin ganz viel Spaß und Erfolg mit Deinen Thaikobolden !!!
Weitere Informationen unter:
www.MagicThaiGoblins.de