Angststörungen bei Katzen

Katzen sind zwar Raubtiere, aber gleichzeitig selbst auch potentielle Beutetiere. Angst ist Teil des Katzenlebens und hat die biologische Funktion Lebewesen vor unvorsichtigem Verhalten und falschen Entscheidungen zu bewahren. Katzen leiden aber genau wie wir unter übermässiger Angst, die ihre Lebensqualität beeinträchtigt.

Katze mit Angststörung
© B. Dexel

Typische Katzenängste sind:

  • Angst vor dem Tierarzt
  • Angst vor dem Transportkorb
  • Angst vor Mitkatzen
  • Angst vor Babys und Kindern
  • Angst vor Händen
  • Angst vor lauten Geräuschen wie dem Staubsauger oder der Türklingel
  • Angst vor Hunden
  • Angst davor, gebürstet zu werden
  • Angst vor fremden Menschen
  • Angst vor Sylvester
  • Angst vor Gewitter
verängstigte Katzen verstecken sich unter dem Sofa
© Birga Dexel

 

Die Ausprägung der Angst kann von leicht (Katze erschrickt, flüchtet, kommt aber schnell wieder) bis zu sehr starken, ständig vorherrschenden Ängsten variieren. Im letzteren Fall ziehen Katzen sich immer mehr zurück, schlafen viel oder leben nur noch hinter der Couch. Angst ist eines der stärksten Gefühle und jeder Mensch weiß, was für eine schlimme Erfahrung es ist, Angst zu haben. Katzen können nicht wie wir wenn wir beispielsweise auf dem Zahnarztstuhl liegen und Angst vor der Behandlung haben sich selbst rational damit beruhigen, dass das schlimmste bald vorbei sein wird, wenn die Betäubungsspritze anfängt zu wirken. Viele Katzen in einer ähnlichen Situation beim Tierarzt durchleben zuweilen Todesängste.

Wie können wir helfen ?

Zuerst muss identifiziert werden, warum die Katze solche Ängste hat und dann wird systematisch daran gearbeitet die Ängste abzubauen und der Katze Lebensqualität zurückzugeben.

 

Von Samtpfoten und Kratzbürsten

Hintergrundinformationen zu Verhaltensproblemen sowie viele Beispiele in:

Verlust- und Trennungsangst ist bei Hunden ausführlich dokumentiert wurden und viele Hundehalter suchen sich Hilfe, weil ihre Hunde nicht alleine Zuhause bleiben können. Auch Katzen können unter Verlustangst und Trennungsangst leiden insbesondere solche Tiere, die ausgesetzt oder stark vernachlässigt worden sind oder schon viele Halterwechsel hiter sich haben.

Nicht nur Menschen leiden unter Depressionen, auch Katzen können depressive Phasen durchleiden. Laut der Bundes Psychotherapeuten Kammer leidet jeder fünfte Deutsche einmal in seinem Leben an einer Depression; betroffen sind dabei mehr Frauen als Männer. 75% der an einer Depression erkrankten Menschen entwickeln zudem in ihrem Leben eine weitere psychische Störung wie eine Angststörung.

Mögliche Symptome einer depressiven Episode beim Menschen:

Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, kein Interesse am täglichen Leben aktiv teilzunehmen, Ängste, Reizbarkeit, Gefühl von Leere.

Kognitive Symtome: herabgesetzte Konzentrationsfähigkeit

körperliche Symptome:  Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und/oder Gewichtsabnahme, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden

Depressive Katzen können zum Teil ähnliche Symptome zeigen wie unter anderen; sie neigen dazu sich immer mehr zurückzuziehen, sie verlieren oft das Interesse an ihrer Umgebung, verlieren entweder ihren Appetit oder fressen übermäßig viel, sie schlafen viel, putzen sich entweder zu viel oder zu wenig, leiden unter Ängsten. Auch können körperliche Beschwerden wie Verdauungsprobleme,für die der Tierarzt keine physische Ursache finden kann, können  auf eine Depression hindeuten.

Depressive Katzen brauchen umgehend Hilfe und Unterstützung, um ihren Lebensmut und ihre Lebensfreude zurückzugewinnen.

Traumatische Erlebnisse können in der Katzenpsyche tiefe Spuren hinterlassen und ein breites Spektrum an möglichen Verhaltensproblemen auslösen. Katzen können gezielt Opfer von Misshandlungen werden oder in lebensbedrohliche Situationen geraten. Traumatisierte Katze entwickeln oft sogenannte generalisierte Angststörungen, sprich sie leben in einem anhaltenden Zustand der Angst. Diese Katzen brauchen viel qualifizierte Hilfe, um wieder Vertrauen ins Leben und ggf. in Menschen zu entwickeln.

Traumen können bei Katzen u.a. ausgelöst werden durch:

Tötungsversuche (Ertränken, Anzünden, Erschlagen, Vergiften)

körperliche und psychische Misshandlungen

Ausgesetzt werden

Vernachnachlässigungen

Unfälle

Brände

Aufenthalt in Tötungsstationen (Süd- und Osteuropa)

Traumatisierte Katzen betreuen wir immer wieder in unserer Praxis. Nicht immer ist noch nachvollziehbar, was die Ursache(n) für die Traumen sind insbesondere wenn Katzen aus dem Tierschutz stammen oder schon mehrere Halterwechsel hinter sich haben.

 

 

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