Artgerechte Katzenernährung: Katzen würden Mäuse kaufen

Ernährungsphysiologische Bedürfnisse von Katzen

Die Katze - ein Hypercarnivore

Alle Katzen zählen biologisch betrachtet zu den Hypercarnivoren, sprich sie sind reine Fleischfresser. Der Mensch hingegen ist ein Omnivor (Allesfresser) und Hunde omnivore Carnivore. Die natürliche Nahrungsquelle für Katzen sind kleine Nagetiere, vor allem Mäuse.

Katzen brauchen tierisches Eiweiß

Katzen sind also die Fleischfresser per se und benötigen für ihre Gesunderhaltung einen extrem hohen Anteil an tierischem Eiweiß in ihrer Nahrung. Über 90 Prozent ihrer Nahrung sollte aus tierischen Eiweiß hochwertiger Qualität bestehen (93% laut Dr. med.vet. Ziegler 2011). Schwer bekömmliches pflanzliches Eiweiß wie beispielsweise Soja oder Erbsenprotein hat nichts in der Katzenernährung zu suchen. Viele Tierärzte und Tierheilpraktiker vermuten, dass Soja sowie Weizen und Mais Futterallergien auslösen können. Zudem sind in Katzenfutter verwendete Zutaten wie Soja, Mais und Weizen oft genmanipuliert. Eine vegane Ernährung für Katzen ist ernährungspysiologisch nicht möglich.

Katzen brauchen Fette aus tierischen Quellen

Auch Fett aus tierischen Quellen muss in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, da Katzen u.a. die lebensnotwendige Fettsäure Arachidonsäure brauchen, die ausschließlich in Fetten tierischer Herkunft zu finden ist. Distel- oder Leinöl mag für Menschen gesund sein, aber für Katzen ist es nicht sinnvoll. Tierische Fette liefern Katzen Energie, dienen als Geschmacksverstärker und transportieren fettlösliche Vitamine.

Katzen und Kohlenhydrate

Gesunde Katzen brauchen weder Getreide und Pseudogetreide wie u.a. Mais, Weizen, Reis, noch andere Kohlenhydratquellen, zu denen u.a. Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kürbis, Maniok, Tapioka gehören.

Der Katzendarm ist als Verdauungstrakt eines Fleischfressers sehr kurz (Verhältnis Darmlänge zu Körperlänge 3:1; im Vergleich Mensch 6:1, Schaf 24:1); Getreide kann dadurch nicht richtig aufgespalten und verwertet werden. Die Folge ist eine zu lange Verweildauer des Futters im Darm und dadurch entstehende Verdauungsprobleme sowie Blasensteine aufgrund ungünstiger ph-Werte im Urin der Katze.

Ballaststoffe im Katzenfutter

Ballaststoffe stellen bei Katzen nur einen verschwindend geringen Teil ihrer Nahrung dar. Da Katzen ihre Beute ganz, sprich mit Fell, Federn und Knochen fressen erhalten sie Ballaststoffe in der freien Natur durch das Fressen der Beute mit "Haut und Haar".

Wie muß ein gutes Alleinfuttermittel für Katzen beschaffen sein?

  • Nassfutter (Feuchtfutter)
  • hoher Fleischanteil von über 90%
  • Fleisch in Lebensmittelqualität (für den menschlichen Verzehr geeignet)
  • NfE unter 8%. Nfe steht für stickstofffreie Extraktstoffe und ist ein Nährungswert für den Kohlenhydratanteil im Katzenfutter
  • kein Getreide und/oder andere Kohlenhydrate
  • kein Psyeudogetreide
  • kein schwerverdauliches pflanzliches Eiweiß wie aus Soja, Erbsenprotein und anderer Hülsenfrüchte
  • keine Geruchsstoffe
  • keine Farbstoffe
  • keine Aromen
  • keine künstlichen Geschmacksverstärker
  • keine chemischen Konservierungsstoffe
  • kein Zucker, Karamell oder Zuckerersatzstoffe (braune Soße wird i.d.R. durch Zuckerderiviate hergestellt und ist keine Fleischsoße)
  • keine Tiermehle
  • keine Pflanzen- und Getreidemehle
  • kalt abgefüllt

Wie sieht die Realität bei handelsüblichen Katzenfutter aus?

Exemplarisch für viele gängige Katzenfutter hier die Zusammensetzung eines Katzenfutters mit einem sehr hohen Marktanteil: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Pute: mind. 4%), Gemüse (mind. 4%), Getreide, Mineralstoffe, Zucker.