Wieso entwickeln so viele Katzen Verhaltensprobleme?

Die Katze ist weltweit das beliebteste Haustier
© B. Dexel

 

700 Millionen Katzen leben weltweit mit Menschen zusammen. 13,7 Millionen davon alleine in deutschen Haushalten: Tendenz steigend. Katzen haben damit den Hund in der westlichen Hemisphäre schon seit einiger Zeit als beliebtestes Heimtier abgelöst. Und trotzdem wussten wir lange Zeit im Vergleich zum Hund nur sehr wenig über die Verhaltensbiologie von Katzen und damit über ihre artgerechten Bedürfnisse.

Über Wölfe als Urahnen unserer Haushundrassen wird viel erforscht, während es kein einziges Forschungsprojekt zur direkten Urahnin aller unserer Hauskatzenrassen, der nordafrikanischen Unterart der afrikanischen Wildkatze (Felis silvestris lybica) gibt.

Birga Dexel mit jungem Wolfswelpen
© B. Dexel

 

Die Art und Weise unseres Zusammenlebens mit Katzen hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert.
Hatten Katzen früher auf den Höfen die Aufgabe Mäuse zu fangen und konnten dafür im Gegenzug frei und selbstbestimmt in einem relativ gesicherten Revier leben, so leben sie heute angepasst an den Tagesablauf ihrer Halter in der Regel im Haus, viele komplett ohne Freigang. Seit in den fünfziger Jahren Katzenstreu und Katzentoiletten auf dem Markt kamen und Menschen verstärkt in Städten oder städtischem Umfeld leben, nimmt die reine Wohnungshaltung kontinuierlich zu. In den USA leben 80% aller Katzen in Wohnungen, für Deutschland gibt es keine Schätzungen.
Zeitgleich mit diesen veränderten Lebensbedingungen für Katzen traten auch Verhaltensauffälligkeiten auf. Mittlerweile wissen wir genug über viele der Auslöser für Verhaltensprobleme und können diese gezielt und erfolgreich therapieren.

Viele Katzenfans wissen um die heilenden Kräfte ihrer Stubentiger; sie tragen nicht nur durch ihr Schnurren zu unserem Wohlbefinden bei. Mensch und Tier profitieren, wenn die Katze körperlich und psychisch gesund ist.