Gefahren durch Katzenbisse

Gefahren durch Katzenbisse

Richtige Katzenbisse (nicht zu verwechseln mit den sogenannten Liebesbissen, einem sanfteren Knabbern statt beißen) sind eine vielfach unterschätzte Gefahr und können zu bösen Entzündungen und Narben und im schlimmsten Fall zur Amputation von Körperteilen führen. Ich habe selbst schon in meiner Praxis viele erschreckende „Bissbeispiele“ gesehen.

Fakt ist, dass ein richtiger Katzenbiss nach einem Menschenbiss der Zweitgefährlichste ist. Katzen haben als reine Fleischfresser ein stark auf das Fangen und Töten von Beutetieren ausgerichtetes Raubtiergebiss. Zum Katzengebiss gehören vier dolchartige und sehr scharfe Eckzähne (Canini), jeweils zwei davon befinden sich im Ober- und Unterkiefer. Diese sehr spitzen kleinen Zähne dringen wie die Nadel bei einer Spritze in die Haut ein und dadurch können die sich in der Maulhöhle der Katze befindlichen Bakterien tief unter die Haut eingeschleust werden. Da sich die kleinen, zuweilen kaum sichtbaren, Einbissstellen schnell wieder schließen kann dies zu Entzündungen, Abszessen und sogar zu einer Blutvergiftung führen.

Heftigere Katzenbisse sollten von Menschen immer ernst genommen, sofort gründlichst desinfiziert und anschließend einem Humanmediziner vorgestellt werden. Eine meiner Kundinnen war während sie versuchte einen Katzenstreit zu schlichten zwischen die Fronten geraten und gebissen worden. Sie hatte sich nichts weiter dabei gedacht und nachdem sich ein paar Tage später die Stelle entzündet hatte und anfing zu schmerzen war es schon zu spät. Sie war in Folge monatelang krank geschrieben und musste befürchten ihre Hand zu verlieren, was aber zum Glück durch gute medizinische Versorgung verhindert werden konnte.