• Gold Robinie

    © Maud Kindler

Robinie

Robinie, Scheinakazie

Robinie (Robinia pseudoacacia) – neben dem Goldregen der andere der beiden giftigen Bäume unserer Breiten.

Einordnung Toxizität: stark giftig

Die Robinie ist ein mittelgroßer Baum, der im Gegensatz zur Akazie - mit welcher er häufig aufgrund seiner Blattform und Dornen verwechselt wird und die in unseren Breiten aufgrund mangelnder Frosthärte überhaupt nicht im Außenraum zu finden ist - gut frosthart ist.

Die Robinie wird bis zu 25 Meter hoch und ist sehr hitze- und dürreverträglich und somit an die Anforderungen unserer aufgrund des Klimawandels immer trockener und heißer werdenden Sommer gut angepasst.

Tipp zum Weiterlesen: Heiße Sommertage mit Katzen

Die Robinie stellt sehr geringe Ansprüche an die Wasser- und Nährstoffversorgung und gehört neben der heimischen Birke zu den sogenannten Pioniergehölzen. Das heißt, sie besiedelt voll besonnte Standorte, die vorher nur von Gräsern und Kräutern bedeckt waren und reichert den Boden mit ihrem Laub nach und nach mit Nährstoffen an.

Robinien gehören zu den sogenannten Neophyten - sie sind aus anderen Regionen der Erde, in ihrem Fall Nordamerika, nach Europa eingeführt worden und verdrängen hier in Folge einheimische Pflanzenarten.

Die Robinie verbreitet sich dabei über ihre Wurzeln, sogenannte Rhizome, immens schnell und weitflächig und ist kaum wieder zu beseitigen.
Zudem weisen vor allem junge Robinien eine Vielzahl langer, extrem spitzer Dornen auf.

Robinien blühen Ende Mai bis Anfang Juni. Ihre weiße, in Sorten auch rosa Blüten, die in langen Dolden herabhängen, verströmen einen starken, süßlichen Duft.

In Gärten, Parkanlagen und als Straßenbäume in städtischen Gebieten sind Robinien auch als Gold-Robinie, in der helllaubigen Variante, und als Kugel-Robinie sehr beliebt.

Toxikologie

Robinien sind in allen Teilen, bis auf die duftenden Blüten, giftig. Am höchsten ist die Konzentration der Toxine aber in den Samen der Pflanze.

Robinie ist giftig für Katzen

Die Robinie ist giftig für Katzen, Hunde, Pferde, Rinder, Nagetiere und Vögel.

Toxikologisch relevante Hauptwirkstoffe sind die Toxalbumine Robin und Phasin & Glycosid Robinin.

Auch die Rinde der Robinie ist giftig. Hier wirken Robin und Phasin, die auch über das Kratzmarkieren der Katze und das anschließende Putzen der Pfoten und Krallen aufgenommen werden können.

Nach der Aufnahme von Pflanzenteilen, besonders den Samen der Robinie, die in langen, graubraunen Schoten reifen, kommt es bereits nach einer Stunde zum Auftreten von Vergiftungssymptomen.
Diese sind Übelkeit, Brechreiz, Bauchschmerzen, Erbrechen und Magen-Darm-Krämpfe.

Letale Dosis Mensch

Zur tödlichen Dosis für Kinder und Erwachsene finden sich in der Literatur keine präzisen Angaben.

Letale Dosis Tier

Besonders häufig kommt es bei Weidetieren wie z.B. Pferden zu tödlichen Vergiftungen. 150 Gramm der Rinde können für ein Pferd bereits den Tod bedeuten.

Entfernung der Pflanze

Die Robinie sollte in keinem Garten mit Haus- oder Nutztieren beziehungsweise Kindern stehen.
Neben der Vergiftungsgefahr durch diesen Baum ist auch aus Gründen des Naturschutzes vom Pflanzen dieses konkurrenzstarken Gehölzes abzusehen.

Robinien können jedoch nicht einfach gefällt werden. Sobald man die oberirdischen Teile kappt, wird die Vermehrung, die weniger durch die Samen der Pflanze als mehr über Wurzelausläufer stattfindet, extrem angeregt.

Der nachfolgenden Flut an Jungtrieben, die zudem mit extrem zahlreichen, langen und spitzen Dornen versehen ist, wird der Gartenfreund nicht mehr Herr.

Robinien müssen ausgezehrt werden. Dazu wird die Rinde und die darunter liegende Cambialschicht, die für die die Nährstoff- und Wasserversorgung der Pflanze von den Wurzeln her verantwortlich ist, durchtrennt. Dies sollte Boden nah mit einem Messer in einem Ring um den gesamten Stamm der Robinie herum in einer Breite von zirka zwei Zentimetern mit einem Messer geschehen. Ist die Robinie schon alt und knorrig muss die Rinde gegebenenfalls zunächst mit einer Säge oder Axt entfernt werden.
Der so geschädigte Baum muss nun stehen gelassen werden, bis er abgestorben ist, sprich bis die oberirdischen Pflanzenteile tot und vertrocknet sind. Auf diese Weise wird auch das unterirdische Rhizom - also das Wurzelwerk - der Robinie mit ausgezehrt. Ist der Baum nach einigen Monaten abgestorben, kann er klassisch gefällt werden. Die Robinie sollte in einer Gründeponie entsorgt werden.
Das Holz der Robinie ist aufgrund seiner Härte und Langlebigkeit sehr beliebt. Es sollte Katzen aber nicht zum Kratzmarkieren oder Hunden zum darauf Kauen angeboten werden.
In einem Garten ohne Vierbeiner kann es aber gut und dankbar Verwendung finden.

Quellennachweise Robinie