• gelblaubige Eibe "Sommergold": leider giftig für Katzen

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Eibe

Eibe (Taxus) - eine hoch toxische, heimische Gehölzart

Einordnung Toxizität: stark giftig/ tödlich

Vielfältig einsetzbar: Eiben

Zur Gattung der Eiben - Taxus - zählen Kleinbäume und wenige Straucharten. Eiben finden sich in unseren Breiten im Außenbereich und werden dort häufig als Hecken oder auch als in Form geschnittene Gehölze eingesetzt. 

Eiben sind aufgrund ihrer hohen Toleranz gegen den Wurzeldruck größerer Bäume, ihrer hohen Schattenverträglichkeit und Schnittverträglichkeit sowohl aus historischer als auch moderner Gartengestaltung nicht wegzudenken.Eiben können bis zu tausend Jahre alt werden.Sie sind sehr widerstandsfähig und kommen mit allen Lichtverhältnissen klar. Sie gedeihen in der vollen Sonne ebenso wie im Vollschatten. Kein anderer Baum in unseren gemäßigten Breiten Mitteleuropas verträgt soviel Schatten.  Sie treiben sowohl nach extremen Rückschnitt als auch aus einem gefällten oder abgebrochenen Stamm wieder aus. Aufgrund dieser Fähigkeit können sie als Hecken sehr schmal geschnitten werden, weshalb sie in historischen Parkanlagen viel Verwendung fanden und finden. Als Säulenform (Taxus baccata ´Fastigiata´), in Zwergformen und mit hellen Nadeln erhältlich, gibt es viele Einsatzmöglichkeiten für EibenSie konkurrieren mit mächtigeren Bäumen wie Tannen, Buchen und Fichten und haben deswegen diverse Überlebensstrategien entwickelt.

Eibenblüte und Eibenbeeren: Nahrungsquelle für Bienen und Wildvögel

 

Wildvögel wie Grünfink, Kohlmeise, Kleiber und Spechte.nehmen die Beeren auf und verbreiten die Samen der Eibe damit natürlicherweise in der Landschaft. Für die heimische Vogelwelt sind Eiben in aller Regel ungefährlich und stellen eine wichtige Nahrungsgrundlage dar.

Eiben gehören zudem zu den wenigen zweihäusigen Nadelbäumen. Das heißt, dass sie entweder unscheinbare weibliche Blütenstände tragen oder männliche gelbliche Blüten. Letztere erfüllen eine Funktion als Bienenweide. Mit ihrer zeitigen Blüte im März bis April stellen sie eine wichtige Nahrungsquelle für aus der Winterruhe erwachende Bienenvölker zu einer Zeit im Jahr dar, zu der ansonsten noch wenig blüht. Auch Hirsche und Rehe scheinen die Alkoloide der Eibe zu vertragen.

Eiben kommen auf der gesamten Nordhalbkugel natürlicherweise vor und besiedeln somit Europa, Nordamerika, Nordafrika und Asien. Früher wurde die Eibe rigoros abgeholzt und sind in unseren Wäldern selten geworden. Ihr Holz fand vielfältige Verwendung, u.a. im Mittelalter für Waffen und später für Musikinstrumente.

Toxikologie

Die giftigen Pflanzenbestandteile der Eiben sind ihre Nadeln sowie die Samenkapseln, wobei der rote Fruchtkörper, der die Samen umgibt, selbst nicht giftig ist. Das hauptsächlich enthaltene Toxin heißt - nach der Eibe (Taxus) benannt - Taxin. Des weiteren wirken Myricylalkohol und Taxicatin giftig. schon die alten Griechen wussten über die tödlichen Gifte der Eibe. Galt sie doch in der Antike als Baum des Todes und der altgriechische Medicus Dioscurides soll davor gewarnt haben sich unter einer Eibe länger aufzuhalten.

Die Toxizität der Japanischen Eibe (Taxus cuspidata) ist höher als die der Gewöhnlichen Eibe (Taxus baccata) und hat in Nordamerika wiederholt für tödliche Tiervergiftungen gesorgt.

Die Aufnahme einer geringen Menge von Nadeln führt zu Erbrechen, Magen-Darm-Krämpfen und Durchfall. Wurden größere Mengen der Nadeln verzehrt kommt es zudem zur Beeinträchtigung des Zentralnervensystems. Eibennadeln wirken herztoxisch. Erweiterte Pupillen, Krämpfe, die Verlangsamung des Herzschlags bis hin zum Herzstillstand und die Atemlähmung sind der tödliche Verlauf der Vergiftung mit Eibennadeln.

Kontaktallergien

Kontaktallergien mit Rötungen und Jucken sind beim Menschen, vor allem bei Kindern, im Zusammenhang mit Eibennadeln bekannt. 

Letale Dosis Mensch

Beim Kind liegt die tödliche Dosis nach der Aufnahme von Eibennadeln bei 2,5 Gramm. Beim Erwachsenen geht man von zirka 50 Nadeln aus, das entspricht im Mittel 40 bis 100 Gramm der Nadeln pro Kilogramm Körpergewicht. 

Eine weit größere Anziehungskraft als die Nadeln der Eibe üben die roten Beeren auf Kinder aus. Bereits 15 Stück der in ihnen enthaltenen Samenkörner können für Kinder tödlich sein.

Letale Dosis Tiere

Die letale Dosis an aufgenommenen Nadeln schwankt je nach Tierart. Giftig ist die Eibe für Hausteire wie Katzen, Hunde, Hasen, Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse Landschildkröten und Pferde sowie sogenannte Nutztiere wie Rinder, Schweine und Schafe.

Katzen: es finden sich laut dem Schweizer Institut für Veterinärpharmakologie und toxikologie noch keine speziellen Angaben. Plötzliche Todesfälle bei Katzen sind aber sowohl im deutsch- als auch im englischsprachigen Raum belegt. 

Hunde: 2,3 Gramm der Nadeln pro Kilogramm Körpergewicht.

Pferd: bereits 0,2 bis 0,4 Gramm der Nadeln pro Kilogramm Körpergewicht reichen aus

Rinder und Schafe:  2,0 bis 2,5 Gramm pro Kilogramm Körpermasse

Entfernung der Pflanze

Alte Eiben stehen auf der Liste der bedrohten Arten und dürfen nicht entfernt werden. Einer der letzten großen Bestände alter Eiben kann man im Paterzeller Eibenwald südwestlich von München gelegen finden.

Eiben sollten in keinem Garten mit Tieren oder Kindern stehen. Werden sie als Hecke geschnitten, bildet die Eibe in aller Regel keine Blüte und keine der am stärksten toxisch wirkenden Samen. Nichtsdestotrotz sind auch die Nadeln stark giftig und Kinder reagieren nicht selten bei Berührung mit Reizungen der Haut.

Zum Entfernen von Eibenpflanzen sollten daher immer Handschuhe und langärmelige Bekleidung getragen werden. Da die unterirdischen Pflanzenteile - sprich die Wurzeln - nicht giftig sind und die Eibe aus den Wurzeln allein nicht wieder austreiben kann, reicht es, die oberirdischen Pflanzenteile komplett zu entfernen. 

Alternative Nutzung der Pflanze

Gerne können Eiben in Gärten ohne Kinder und Haustiere oder als heimische, wertvolle Nadelart auch im Außenbereich stehen. Soll die Eibe in einen anderen Garten verpflanzt werden, ist sie mitsamt der Wurzeln auszugraben. Es empfiehlt sich, die Eibe dann etwas zurückzuschneiden, um den unvermeidbaren Verlust an Feinwurzeln durch das Verringern der Blattmasse auszugleichen. Eiben sollten im Idealfall, wie alle immergrünen Pflanzen, im Frühjahr verpflanzt werden. 

Quellennachweise Eibe