• Der weit verbreitete Efeu ist für Katzen giftig

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Efeu

Efeu / English ivy

Efeu (Hedera helix) - eine weit verbreitete, in allen Teilen giftige Kletterpflanze

Einordnung Toxizität: giftig bei der Aufnahm größerer Mengen

Giftstoffe: Saponine (α- und β-Hederin), Falcarinol, Didehydrofalcarinol & Sesquiterpene

Der Efeu ist ein Gehölz - ein Kletterstrauch - der im Freien (Garten, Terrasse, Balkon) ebenso zu finden ist, wie in unseren Wohnungen als Zimmerpflanze.

Efeu verbreitet sich im Außenbereich am Boden kriechend und neue Wurzeln austreibend und klettert mit seinen Haftwurzeln an Bäumen, Mauern und Zäunen empor.

Er ist extrem wüchsig und kann große Flächen begrünen und eine Höhe von bis zu 20 Metern erreichen. Efeu ist schatten- und wurzeldruckverträglich und findet sich unter Baumbeständen in Parks, Wäldern, auf Friedhöfen und in Gärten. Efeu ist im Stadtbild allgegenwärtig und wurde schon in der Antike angebaut.

Der Strauchige Efeu (Hedera colchica ´Arborenscens´) bildet, wie die Alternsform des gewöhnlichen Efeus, eher runde Blätter aus und wird dann oft nicht als solcher erkannt. Efeu gibt es in grüner Blattfarbe ebenso, wie in gelb- und weiß panagierten Sorten.

Efeu gehört mit seinen natürlichen Vorkommen in Afrika, Asien und Europa zu den heimischen Pflanzen unserer Breiten und stellt wichtige Lebensräume für Insekten und Vögel zur Verfügung. Erst ältere Exemplare des Efeus bilden Blüten und Fruchtstände aus.

Toxikologie

Efeu ist in allen Pflanzenteilen - also den Blättern, Stängeln, verholzten Bereichen, den Wurzeln, Blüten und Früchten - für Menschen, Katzen, Hund und andere Kleinsäuger und Ziervögel giftig. Gleichzeitig ist er auch in niedriger Dosierung eine seit der Antike in der Humannaturheikunde genutzte Heilpflanze. Auf Efeuextrakt basierende Phytotherapeutika werden bei Atemwegserkrankungen und Husten eingesetzt. 2010 wurde Efeu zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Auch in der Homöopathie wird Efeu genutzt.

Giftige Beeren

Saponine kommen in allen Pflanzenteilen vor.  Besonders hoch ist die Konzentration an Saponinen - vor allem des nach dem Efeu benannten Hederins - in den Beeren. Efeubeeren (beerenähnliche Steinfrüchte an runden Fruchtstsänden) entstehen nach der Blüte und reifen in unseren Breitengraden von November bis April.

Bereits der Verzehr von zwei bis drei Beeren kann bei Kleinkindern erste Vergiftungssymptome verursachen. Diese sind Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und Herzrasen. Die Aufnahme größerer Mengen kann für Kinder durchaus gefährlich sein.

Die Efeubeeren schmecken sehr bitter und lösen ein Brennen im Rachen aus. Katzen meiden in der Regel bitter schmeckende Stoffe. Allerdings können Beeren auf den Boden fallen, mit denen Katzen spielen oder ins Maul nehmen könnten

Obwohl Zimmerefeu oft garnicht alt genug wird, um zu blühen und Beeren zu entwickeln hat auch Zimmerefeu aufgrund der in den Blättern enthaltenen Polyacetylene nichts im Tierhaushalt zu suchen.

Kontaktreaktionen

Zudem kann der Kontakt der Haut mit dem Pflanzensaft des Efeus zu Kontaktreaktionen sowie allergischen Reaktionen, wie Hautausschlägen und Dermatiden, durch die in den Blättern enthaltene Polyacetylene Falcarinol und Didehydrofalcarinol führen.

Letale Dosis Mensch,Haustiere

Tödliche Vergiftungsfälle sind laut Kranold noch nie beschrieben worden.

Zur tödlichen Dosis für Tiere gibt es laut dem Schweizer Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie keine validen Daten.

Entfernung der Pflanze, Alternative Verwertung

Efeu sollte in keiner Wohnung, auf keinem Balkon oder Garten mit Katzen, Hunden, anderen Kleinsäugern, Ziervögeln oder Kindern stehen.
Als Zimmerpflanze verschenken Sie ihn gerne in einen anderen, geeigneten Haushalt.
Muss er im Garten entfernt werden, empfiehlt sich das Tragen von Handschuhen und langärmeliger Bekleidung, um eine mögliche Kontaktallergie zu vermeiden. Wird Efeu beschnitten werden die giftigen
Sesquiterpene freigesetzt und eingeatmet. Eine medizinische Atemschutzmaske ist deswegen empfehlenswert.

Nahrung für Insekten und Wildvögel

Efeu sollte im Idealfall schon als kleine Pflanze entfernt werden und kann dann in einem tier- und kinderfreien Garten Platz finden. Efeu hat für Wildtiere eine wichtige Funktion: im Spätsommer und Herbst sind seine Fruchtstände eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen, Wespen und Schwebefliegen. Die Beeren stellen für heimische Vogelarten keine Gefahr da, sondern werden von ihnen gerne verzehrt und so die Samen des Efeus über den Vogelkot verbreitet.

Hat er sich bereits weit verbreitet, ist es unter Umständen ein sehr aufwändiges Unterfangen, diesen starkwüchsigen Kletterer mit all seinen Trieben, Ausläufern und Haftwurzeln zu beseitigen.

Mitsamt dem Wurzelwerk entfernt, muss er außerhalb des eigenen Gartens oder Balkons über den Hausmüll, in größeren Mengen besser eine Gründeponie, entsorgt werden.

Quellennachweise Efeu