• Perserkätzin Socke ist in der Pflegestelle der Maine Coon Hilfe angekommen

    © sabine Kauffeld-Veigel

  • Socke kann endlich durchatmen im Garten der Maine Coon Hilfe

    © Sabine Kauffeld-Veigel

Part 2: Auf der Pflegestelle der Maine Coon Hilfe

Part 2: Socke erhält Hilfe von der Maine Coon Hilfe

Sabine engagiert sich schon seit Jahrzehnten im Tierschutz und setzt sich bei dem gemeinnützigen  Verein "Maine Coon e.V. Hilfe für Katzen" ein. In erster Linie engagiert sich die Maine Coon Hilfe e.V. für Katzennotfelle der Rasse Maine Coon. Sabine hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Perserkätzin Socke einen zweite Chance in einem neuen Zuhause bei Diana von den blogkatzen.de bekommen durfte.

Cat Institute: Liebe Sabine, wie lange sind Sie schon Katzenpflegestelle?

Sabine: Das ist eine gute Frage. Inoffiziell wohl schon mein halbes Leben lang. Schon als Teenager habe ich kranke Tiere (u.a. Spatzen, Stockenten, Fuchs) mit nach Hause gebracht und gepflegt. Wenn es ihnen wieder besser ging, habe ich sie gemeinsam mit meinen Eltern  "vermittelt" oder wieder in die Freiheit entlassen. Natürlich habe ich mich auch um unzählige Katzen gekümmert. Meine Eltern waren nicht immer begeistert von meinen "Rettungen": Wer will schon überraschenderweise plötzlich Halter von zwei Schafen mit Karies werden? Trotzdem haben sie mich aber immer in meinem Tun unterstützt.

Vor einigen Jahren verstarb dann meine vierundzwanzigjährige Seelenkatze Dashi, eine Ataxiekatze. Als der Kummer nachließ und ich mich nach einer weiteren Fellnase umsah, stieß ich auf die Maine Coon Hilfe. Das öffnete mir eine Türe und gleichzeitig die Augen für wirklich artgerechte Katzenhaltung. So kam es, dass ich mich als Pflegestelle bei der Maine Coon Hilfe bewarb.

Cat Institute: Die Maine Coon Hilfe macht sich, wie der Name schon sagt für diese Katzenrasse stark. Was hat Sie damals bewogen auch Perserin Socke zu helfen?

Sabine: Lillys Schicksal, wie Socke damals noch hieß, als ich sie als Pflegling übernahm, war herzerweichend und so nahmen wir sie ausnahmsweise auf. Sie kam zu mir auf die Pflegestelle, da ich zum einen nicht weit von ihrem alten Zuhause entfernt wohnte und zum anderen ein gewisses Geschick bei der Pflege "verhaltensauffälliger" Katzen habe.

Cat Institute: Wie sieht die konkrete Hilfe und Vermittlung bei der Maine Coon Hilfe aus?

Sabine: Wenn eine dieser "sanften Riesen" abgegeben werden soll aufgrund von veränderten Lebensumständen, Überforderung, Krankheit oder sonstigen Notsituationen finden diese Tiere Unterschlupf in den privaten und ehrenamtlich arbeitenden Pflegestellen. Dort werden sie gepäppelt und wo nötig gesund gepflegt. Geht es ihnen wieder gut, dann sucht der Verein in aller Ruhe und mit großer Sorgfalt ein neues, liebevolles Heim für das Tier.

Cat Institute: Zurück zu Socke, alias Lilly. Welchen Eindruck haben Sie bei der ersten Begegnung mit ihr gewonnen?

Sabine: Lilly war wirklich eine arme Socke. Sie schaute mich mit großen, weit aufgerissenen Perseraugen an und verkroch sich erst einmal vor dieser fremden Frau. Allerdings nur kurz, dann schielte sie langsam um den Türrahmen und war ganz interessiert. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, dass sie ahnte dass hier jemand kam, der ihr helfen wollte. Sie machte auf mich einen leidenden, aber auch ganz propperen Eindruck. Ihr dickes, dichtes Fell war sicherlich nicht alleine der Grund, dass Lilly ein wenig, hm, rundlich wirkte.

Cat Institute: Wie ging es dann bei Ihnen für Socke weiter. Wie konnten Sie ihr helfen?

Sabine: Schon kurz nach der Übernahme wurde Lilly erst von meiner Tierärztin und dann auch von einer Tierklinik durchgecheckt. Die Untersuchungen ergaben eine massive Ansammlung von Struvitsteinen in der Blase, die ihr beim Urinieren höllische Schmerzen verursacht haben mussten. Sie wurde mit Schmerzmitteln, Antibiotika und Präparaten zur Auflösung und zum Abbau der Struvitsteine tiermedizinisch behandelt. Gleichzeitig habe ich ihr Pflegezimmer speziell für sie eingerichtet. Eine Katze, die beim Urinieren Schmerzen hat, bringt diese meist mit dem Katzenklo in Verbindung. Also habe ich den Fußboden in ihrem Pflegezimmer wasserdicht abgedeckt und ihr viele verschiedene "Untergründe" für Ihr Pipi angeboten: von Erde über Papierhandtücher bis zu den verschiedenen Sorten Katzenstreu. Sogar eine alte Decke habe ich ihr als Auswahlmöglichkeit auf den Boden gelegt. Lilly hat sich für sehr feines Klumpstreu entschieden. Als dann klar war, welches Streu sie haben möchte, habe ich dieses Streu in die unterschiedlichsten Toilettenarten gefüllt. Sie hatte die Auswahl zwischen dem klassischen Katzenklo, einer Hop-In-Toilette, einem großen Blumentopfuntersetzer, einer Mörtelwanne aus dem Baumarkt mit gaanz viel Streu darin und einer großen, relativ flachen IKEA-Box. Genau für letzteres hat sich die kleine Perserdame entschieden. Das erste Foto von der ins "Katzenklo" pieselnden Katze hat in der Pflegestellen-WhatsApp-Gruppe ordentlich Partylaune ausgelöst!

Cat Institute: Wie wurde Lilly/Socke dann vermittelt und wieso fiel die Wahl auf Diana?

Sabine: Lilly lebte in ihrem vorherigen Zuhause alleine. Deswegen habe ich Lilly langsam und behutsam mit meinen Katzen "vergesellschaftet". Es stellte sich im Zusammenleben heraus, dass Lilly eine starke Persönlichkeit (um nicht zu sagen: einen ganz schönen Dickschädel) hat, aber Katzengesellschaft durchaus zu schätzen weiß. Vorausgesetzt natürlich, die anderen Katzen rücken ihr nicht allzu schnell und dicht auf ihren schönen Pelz ;-)
Es wurde also ein neues Zuhause gesucht, in dem schon Katzen mit ähnlichem Charakter wie meine lebten. Gleichzeitig sollten die neuen Halter aber auch sehr viel Verständnis und Einfühlungsvermögen in die Katzenseele haben, um Lilly weiter zu fördern und das Pipi-Trauma zu verdrängen. Zu guter Letzt musste das neue Zuhause auch ein ganz klein wenig "schmutzresistent" sein. Es war ja nicht auszuschließen, dass Lilly in Stress-Situationen wieder "wild pinkelte".

Als die Bewerbung von Diana bei uns ankam, schien es wirklich genau das Traumzuhause zu sein für Lilly. Es waren Mitmiezen mit ähnlichem Charakter da. Auch eine kätzische Denkweise und das Wissen um die Verhaltensmuster unserer Fellnasen war vorhanden. Die Maine Coon Hilfe hat dann eine Vorkontrolle im ca. 600 Kilometer entfernten potenziellen Zuhause organisiert. Schon wenige Minuten nach dieser Vorkontrolle bekam ich den Anruf seitens meiner Kollegin: Das genau ist das richtige Zuhause für die kleine Lilly!

Cat Institute: Wie läuft so eine Vermittlung über die Maine Coon Hilfe ab? Worauf müssen sich Interessenten einstellen, wenn Sie einer Katze ein Zuhause geben möchten?

Sabine: Nach der Sichtung der Bewerberinnen "auf dem Papier" wird das am besten passende neue Zuhause ausgewählt. Meistens machen dies die Pflegestellen, da diese die Tiere ja am besten kennen. Es folgenden Telefonate mit den Bewerbern, in den meisten Fällen ein Besuchstermin beim Pflegling auf der Pflegestelle und dann, wenn die Entscheidung des neuen potenziellen Dosenöffners noch immer feststeht, wird ein Termin für eine Vorkontrolle im neuen Zuhause vereinbart. Diese Vorkontrollen sind uns wichtig, weil hier nicht nur "kontrolliert", sondern auch umfänglich beraten wird. Artgerechte Ernährung und Pflege, Ausstattung der Wohnung, die Besonderheiten des Tieres, Vergesellschaftung, Gesundheitsvorsorge etc. Ist die Vorkontrolle positiv, darf das Notfellchen ins neue Zuhause umziehen. Meist lassen es sich die Pflegestellen nicht nehmen, ihren Schützling selbst ins neue Zuhause zu bringen, auch wenn der Abschied von der Fellnase dann doppelt so schwer wird.

Cat Institute: Haben Sie Lilly/Sockes Schicksal noch weiterverfolgt?

Sabine: Natürlich! Wir als Pflegestelle investieren Zeit und Nerven, aber auch viel Liebe in ein uns anvertrautes Tier. Es ist dann die "Belohnung" für uns, wenn wir ab und zu Bilder von unseren Expfleglingen sehen können und kleine Berichte bekommen. In einer speziellen Facebook-Gruppe und durch eine Mailingliste sind die neuen Dosenöffner und die Pflegestellen weiterhin in Kontakt. Auch wenn nach einiger Zeit noch Fragen auftauchen oder Ratschläge gebraucht werden: Die Maine Coon Hilfe mit ihren ehrenamtlich Tätigen ist immer ansprechbar. Das ist auch einer der Gründe, warum dieser Verein für mich so besonders ist.

Cat Institute: Wie kann der Maine Coon Hilfe geholfen werden? Braucht es Spenden, Pflegestellen?

Sabine: Natürlich. Als deutschlandweit arbeitender gemeinnütziger Verein, dessen Aktive alle ehrenamtlich arbeiten, ist der Verein auf die Hilfe von außen angewiesen. Wir benötigen Fahrer für Notfellchen, aber auch Pflegestellen mit Lust, Laune, Liebe - und auch zeitlichen Kapazitäten. Da das alles auch Geld kostet, sind wir dankbar über Geld- und Sachspenden; selbst eine Fördermitgliedschaft kann man bei der Maine Coon Hilfe übernehmen. Alle diese Unterstützungsangebote sind auf der Homepage der Maine Coon Hilfe ausführlich und transparent aufgeführt.

Hier geht es weiter zum Happy End für Socke. Part 3: Interview mit Diana Grieß

Außerdem: Socke Reise in ein neues Leben beginnt. Part 1: Cat Institute