• Glücksbringer vierblättriger Sauerklee

Mistelzweige über dem Türrahmen und Glücksklee als Neujahrsgruß - wie verträgt sich das mit Katze und Hund?

Die Dekoration mit bestimmten Pflanzen wie der im Dezember mit weißen Beeren bestückten Mistel (Viscum album) in den Adventstagen ist aber auch ein integraler Bestandteil unserer Kultur. So ist beispielsweise der schon in der keltischen Mythologie verehrte Mistelzweig auch bei uns fest mit dem Weihnachtsfest und unseren dazugehörigen Traditionen verknüpft. Er soll Paaren, die sich darunter küssen, Glück bringen - was perfekt zum Fest der Liebe passt.  Dieser Brauch entstammt vorchristlicher Zeit, ggf. geht es auf die Saturnalien im alten Rom zurück. Auch im Irland der Kelten wurde die Mistel verehrt. Synonym wird die Mistel auch als Drudenfuß, Hexenbesen oder auch Donnerbesen genannt. Die Pflanze ist ein immergrüner Strauch, der in der freien Landschaft auf weichen Gehölzen siedelt. Sie galt als ein Ausdruck des Sonnengottes Taranus, da sie in hoher Höhe schwebend und ohne mit der Erde verbunden wächst. Im keltischen Glaubenssystem stand die Mistel aufgrund ihrer Robustheit & Langlebigkeit für Gesundheit und Fruchtbarkeit. Sie Misteln können sehr alt werden: eine auf einer Zeder wachsende Mistel soll von Förstern auf sagenhafte 400 Jahre geschätzt worden sein. Ihr scheint weder klirrende Kälte noch gleißende Hitze etwas auszumachen. Keltische Geistliche, Druiden, gingen davon aus, dass die Mistel die Essenz des Wirtbaumes absorbieren würde und sahen in ihr eine heilige Pflanze. Die keltische Vorstellung ist in der Tat nahe an der biologischen Realität, denn die Mistel ist ein sogenannter Halbschmarotzer. Sie zieht Nährstoffe und das Wasser über das besiedelte Gehölz - gerne Apfelbäume, Weiden oder Birken -, betreibt dabei jedoch selbstständig Photosynthese.  Die epiphytischen Parasiten zerstören die Zellwände der Bäume und treiben einen bis zu 500cm langen Keil in das Baumgewebe. Äußerlich sichtbar legen sich Misteln kugelförmig um die Äste ihres Baumwirtes und entziehen ihrem Wirt Nährstoffe und Lebenskraft und können ihn im Extremfall sogar abtöten, womit allerdings auch die Mistel abstirbt. Misteln verbreiten sich über Vögel, die die Beeren fressen und die Samen in ihrem Kot verbreiten. Neben den Kelten und den Römern finden sich auch Hinweise auf Misteln bei den alten Germanen und in Skandinavien in historischen Überlieferungen. In vielen Überlieferungen wird diese Pflanze mit Freundschaft, Wohlwollen, Liebe und Waffenstillstand in Verbindung gebracht.

Glücksbringer: Vierblättriger Sauerklee

Ähnlich positives wird auch dem Glücksklee (Oxalis tetraphylla), auch vierblättriger Sauerklee genannt, zugeschrieben. Der seit 1822 kultivierte Glücksklee wird tausendfach zum Jahreswechsel als Glücksbringer verschenkt. Das vierblättrige Kleeblatt mit seinen zarten Blüten und seiner interessanten Blattzeichnung steht für Glück im neuen Kalenderjahr. In der Natur ist das vierte Blatt am Klee bekanntermassen eine absolute Ausnahme. Ein vierblättriges Kleeblatt zu finden, verheißt deswegen Glück. Der im Handel erhältliche Glücksklee (Oxalis tetraphylla) ist eine Mutation der Wildform, die an allen Triebspitzen vier Blätter zeigt.

Mistel und Glücksklee sind leider giftig und bedenklich im Katzenhaushalt

Die Mistel, die auch als Heilpflanze verwendet wird, ist bis auf die Beeren, in allen anderen Pflanzenteilen giftig, was nur wenig bekannt ist.  Die Beeren sind ungiftig, ihr weißlich- schleimiges Fruchtfleisch Beeren schmeckt süßlich.

Die enthaltenen Viscotoxine wirken bei Kontakt mit dem Pflanzensaft oder Aufnahme von Stängeln bzw. Blättern über die Haut und die Schleimhäute, den Magen-Darm-Trakt und das zentrale Nervensystem.

Da die Mistel als gering giftig gilt, ihre für Katzen zum Spielen besonders attraktiven Beeren ungiftig sind und der Mistelzweig eine gewachsene, besondere Bedeutung in unserer Weihnachtskultur hat, können Mistelzweige unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen auch in Wohnungen mit Katzen und Hunden ihren Platz finden.

Sinnvoll angebracht sind sie gegebenenfalls wirklich hoch oben im Türrahmen oder unter der Decke, wo sie auch für die Katze und den Hund nicht direkt erreichbar sind. Wichtig ist dabei, dass die Zweige gut befestigt werden und nicht von selbst herunterfallen können.

Vertrocknet der Mistelzweig im Verlauf der Feiertage ist aber besondere Vorsicht geboten. Nicht nur, dass Blätter und Zweige dann herabfallen, die Konzentration an Toxinen ist in der getrockneten Pflanze höher als in frischen Stängeln und Blättern.

Der Mistelzweig sollte daher nur als Dekoration dienen, solange er noch grün ist: Sobald er  vertrocknend sollte er besten zügig aus der Wohnung mit Haustier oder Kleinkind wieder entfernt werden.

Der Glücksklee enthält, wie die botanische Bezeichnung Oxalis schon vermuten lässt, Oxalsäure. Oxalsäure wirkt schädigend auf den Magen-Darm-Trakt, das zentrale Nervensystem, das Herz und die Nieren.
Der Glücksklee darf daher vor allem von Kleintieren und kleinen Kindern auf keinen Fall aufgenommen werden.

Wird der Glücksklee als gutes Omen und die besten Wünsche zum neuen Jahr in einen Haushalt mit Katzen, Hunden oder kleinen Kindern verschenkt, findet er am besten an einem unerreichbaren Ort Platz. Sauerklee ist mehrjährig, geht jedoch ein, wenn er an einem zugigen oder zu trockenem Ort steht. Die Pflanze mag es hell, aber nicht vollsonnig und braucht einen kühlen Standort. Ein Nordfenster ist ein gutes Standort. Hier bieten sich kleine, gläserne Gewächshäuser für den Innenraum an. Ein umgedrehtes, großes Glas tut es auch. Dann steht dem Glück im neuen Lebensjahr mit gesunden Vierbeinern und unbeschwerten Feiertagen nichts im Weg.

Tipp: weitere Blogbeiträge und Informationen zum Thema Weihnachten mit Katzen und giftige Pflanzen rund ums Fest und den Jahreswechsel.

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Quellen:

Fergus (25.12.2021): Christmas Mistletoe: The Underlying Celtic Traditions. The Irish Place. https://www.theirishplace.com/heritage/underlying-traditions-behind-use-mistletoe-christmas/

Schweizer Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie: Oxalis. https://www.vetpharm.uzh.ch/giftdb/pflanzen/0143_tvm.htm. Abruf: 17.12.2021

Universitätsklinikum Bonn - Zentrum für Kinderheilkunde: Mistel (Viscum alba). https://gizbonn.de/giftzentrale-bonn/pflanzen/mistel. Abruf: 17.12.2021