• Katzen brauchen im Sommer adäquaten Sonnenschutz

  • Rasenmäher sind beängstigend für Katzen

  • Gelb im Garten zieht Insekten an

  • Das richtige Timing ist wichtig beim Rasensprengen

  • Igel rollen sich bei Gefahr zusammen

  • Keine Mähroboter im Tiergarten einsetzen

Der Hitze trotzen: Sommer im Grünen mit Katzen genießen

Sommer werden heißer und trockener

Hitzeperioden werden laut dem neusten Klimabericht des Weltklimarats (IPCC), der heute vorgelegt wurde, auch in unseren Breitengraden immer weiter zunehmen. Sie werden öfter und extremer werden und länger andauern. in den unserer Breiten ausgesetzt sind. Bereits jetzt hat sich unsere Welt im Durchschnitt um 1,1 Grad erwärmt im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter.

Die zunehmend heißen, trockenen und sehr sonnigen Sommer stellen nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen vor viele Herausforderungen. Ein Garten, eine begrünte Terrasse oder ein Balkon stellen wichtige Refugien in den heißen Monaten dar. Zugleich ist der Aufenthalt in praller Sonne und großer Hitze auch für unsere Katzen nicht gefahrlos.

Im folgenden wollen wir zeigen, wie man die Sommermonate gemeinsam mit den Katzenlieblingen schön und gefahrlos im Freien verbringen kann.

Schutz vor Sonneneinstrahlung und Hitze

Am wichtigsten ist bei hohen Temperaturen und vielen Sonnenstunden der Schutz vor zu viel Hitze und gefährlicher UV-Strahlung. Auch Katzen können wie Menschen einen Sonnenbrand oder gar einen Hitzschlag bekommen. In unseren Blogartikel "Gefahren für Katzen im Sommer" geben wir Tipps, wie man Katzen vor einem Sonnenbrand und Hitzschlag schützen kann.

Die wohl gängigsten Varianten, um Schatten zu schaffen, sind der Sonnenschirm und das inzwischen sehr beliebte Sonnensegel.

Sonnenschirm mit textilem Lichtschutzfaktor

Beide Varianten des Sonnenschutzes werden mittlerweile mit UV-filternden Materialien in unzähligen Designs, Bauarten, Farben und Formen angeboten. Achten Sie daher unbedingt auf die Auswahl eines Sonnenschirms mit einem textilen Bezug mit hohem UV-Filter. Ein Lichtschutzfaktor 80 bis 100 - der mit komplett reflektierenden, metallisch wirkenden Materialien erreicht wird - ist bei heller Haut unverzichtbar. Hat Ihre Katze oder Ihr Hund helle Haut um die Augen, Ohren, Nase oder Maul ist die Gefahr eines Sonnenbrands und solarinduzierter Hautkrankheiten - bis hin zum Hautkrebs - besonders groß.
Bedenken Sie bei der Auswahl der Farbe Ihres Sonnenschirms, dass sich dunkle Farben stärker aufheizen, als helle Farben, die wiederum eher blenden können. Mittlere Töne sind hier die geeignete Wahl.

Gelb zieht Insekten an

Gelb ist die Sommerfarbe, aber auf Gelbtöne sollten Sie besser verzichten, wenn Sie Ihren Garten, ihre Terrasse oder Balkon mit ihrer Katze und ihrem Hund gemeinsam genießen wollen. Gelb zieht viele Insekten magisch an. Das Sitzen in einer Wolke aus summenden Insekten ist schon als Mensch ein zweifelhaftes Vergnügen. Für unsere Vierbeiner können stechende Insekten, besonders wenn sie danach haschen, jagen und beißen, sehr schnell zur echten Gefahr werden.

Im Schatten unter Bäumen sitzt es sich gut

Ein Nachteil von Sonnenschirmen und Sonnensegeln ist, dass unter ihnen die Luft oft förmlich steht und sich in Folge stark aufheizt.

Im Schatten von Bäumen oder Sträuchern sitzt es sich behaglicher, oft luftiger und einfach kühler. Grund dafür ist, dass die Pflanzen Wasser verdunsten und damit für Abkühlung sorgen.
Wenn möglich sitzen Sie und Ihre Katze und Hund also besser unter Bäumen oder in der Nähe von Bäumen und Sträuchern unter einem Sonnenschirm als direkt vor der aufgeheizten Wand eines Hauses.

Damit der Garten auch im Sommer nicht austrocknet und seine schattenspendende und kühlende Funktionen erhalten kann brauchen Pflanzen im Sommer besondere Aufmerksamkeit.


Pflanzenpflege an heißen Tagen

Wann ist die richtige Zeit zu wässern?

An besonders heißen Tagen brauchen Pflanzen täglich Wasser. Bewässern Sie sie jedoch in den sonnigen, heißen Stunden des Tages tun Sie mehr Schlechtes als Gutes. In der Mittagshitze bewässert, öffnen die Pflanzen - egal ob Blühsträucher, Stauden, Blumen, Gräser oder Rasen - ihre Blattöffnungen und verdunsten mehr Wasser als sie aus ihren Wurzeln nachziehen können. Sie bewässern und ihre Pflanzen vertrocknen genau dadurch.

Gießen oder bewässern Sie also bitte unbedingt in den frühen Morgen-, späten Abendstunden oder nachts. Eine Alternative zum manuellen Wässern mit Gartenschlauch sind Hightech-Bewässerungssysteme oder auch eine einfache Zeitschaltuhr.  Diese technische Alternativen lassen sich dementsprechend einstellen und übernehmen das Bewässern zu den für die Pflanzen besten Zeiten.

Wenn Sie nun noch darauf achten, die Bäume und Sträucher - vor allem empfindliche Rosen - über eine Tröpfchenbewässerung mit Wasser zu versorgen, machen Sie alles richtig. Das Wasser wird hier über einen Schlauch, der direkt an den Stämmen der Gehölze mit Öffnungen versehen ist, den Wurzeln der Pflanzen zugeführt. Das vermeidet, dass die Blätter der Gehölze nass werden, was zum Beispiel bei Rosen der ideale Nährboden für ungeliebte Pilzkrankheiten ist, oder bei Sonneneinstrahlung schnell zum Verbrennen der Blätter führen kann, weil die Wassertropfen dann wie ein Prisma wirken, das Licht bündeln und extrem heiß auf die Blätter der Pflanzen treffen lassen.

Wie schütze ich meinen Rasen vor dem Vertrocknen?

Das richtige Timing zum Rasenwässern

Viele Katzen lieben es auf dem Rasen zu toben, zu liegen und zu dösen. Rasenflächen können nicht mit einer Tröpfchenbewässerung mit Wasser versorgt werden. Der klassische Rasensprenger oder entsprechende, versenkbare  Düsen von Bewässerungssystemen bewässern den Rasen flächig mit einem feinen Sprühnebel.
Umso wichtiger ist es, dass dies abends oder nachts geschieht, damit das Wasser von den Gräsern und Kräutern, aus denen Ihr Rasen besteht, in Ruhe aufgenommen werden kann und nicht gleich in der Sonne verdunstet.

Sprengen außerhalb der Katzenfreigangszeiten

Wichtig ist es darauf zu achten, dass die Zeit des Sprengens nicht mit den Freigangzeiten der Katze korreliert. Für Katzen ist es nicht nur unangenehmn, sondern es kann auch beängstigend sein, wenn sie beim Durchqueren ihres Freireviers plötzlich nass gespritzt werden.

Guter Zeitpunkt zum Rasenmähen

Nicht weniger wichtig als eine geeignete Bewässerungszeit ist die Wahl eines guten Zeitpunkts zum Mähen des Rasens. In den warmen bis heißen Zeiten des Jahres sollte der Rasen auf keinen Fall an sonnigen Tagen gemäht werden. Die entstehenden Schnittstellen sind Wunden an jeder einzelnen Pflanze, jedem einzelnen Grashalm, über die der Rasen in der Sonne sehr viel Wasser verliert. An einem sonnigen, heißen und vielleicht auch noch windigen Tag gemäht, verliert der Rasen extrem viel Wasser und vertrocknet unter Umständen komplett. Gemäht wird deswegen am sinnvollsten an bewölkten Tagen oder vor anstehenden Niederschlägen. Ist dies über Wochen nicht gegeben, mäht man am späten Nachmitttag oder abends mit anschließender ausgiebiger Bewässerung des Rasens.

Wildtierfreundliches Mähen in Abwesenheit der Katze(n)

Mähen Sie nicht in Anwesenheit Ihrer Katze(n). Vielen Katzen ist der laute Rasenmäher ähnlich wie der Staubsauger unheimlich und kann ihnen den Aufenthalt im Garten verderben. Anders als beim Staubsauger ist es auch nicht sinnvoll die Katze(n) mithilfe des Clickertrainings an das Geräusch zu gewöhnen. Es ist durch Sicherheit der Katze sinnvoll, wenn diese Abstand vom Rasenmäher hält.

Keine Mähroboter einsetzen

Wildtierschutz im heimischen Garten wird immer wichtiger in Hinblick auf den Erhalt der heimischen Artenvielfalt. Mähroboter sind eine Gefahr für Igel, insbesondere wenn diese in der Nacht zum Einsatz kommen. Igel sind dämmerungs- und nachtaktive Säugetiere mit einem breit gefächerten carnivoren Nahrungsspektrum. Bei Gefahr rollen sie sich zu einer runden, stacheligen Kugel zusammen statt wie Katzen zu flüchten. Ihre Stacheln sollen Feinde davon abhalten anzugreifen. Dasselbe Verhalten zeigen Igel auch bei anrollenden Mährobotern mit dem fatalen Ergebnis, dass die Tiere durch die scharfen Messer oft lebensbedrohlich verletzt werden und qualvoll versterben.

Mähroboter sind nicht nur in Hinblick auf Wildtiere gefährlich, auch für Katzen ist ein Mähroboter ein beängstigendes Gartengerät. Im Gegensatz zu Igel flüchten sie aber bei dem Anblick oder meiden das Areal in Gänze.

Mit dem Beherzigen dieser einfachen Tipps verbringen Sie die Sommermonate mit Ihrer Katze gut in einem schönen Garten mit vitalem Grün.

Quellen

IPCC (9.8.2021): Climate change widespread, rapid, and intensifying. Press Release. Genf.

Forschung und Lehre (9.8.2021): Weltklimarat mahnt zum sofortigen Handeln https://www.forschung-und-lehre.de/weltklimarat-mahnt-zum-sofortigen-handeln-3916/